Die Malweiber von Paris — Deutsche Künstlerinnen im Aufbruch

20.2 – 29.5.2016 | Kunsthalle Jesuitenkirche

Man fand sie unerhört und nannte sie verächtlich „Malweiber“. Im erzkonservativen deutschen Kaiserreich galt es als unanständig, wenn Frauen künstlerischen, sprich professionellen Ehrgeiz entwickelten – an den Kunstakademien waren sie nicht zugelassen. Für alle, die es ernst mit der Kunst meinten, gab es um 1900 nur ein leuchtendes Ziel: Paris.
Das Quartier Montparnasse war damals ein Mikrokosmos, dessen quirliges und kosmopolitisches Ambiente das Künstlerleben leichter machte – insbesondere für Frauen bedeutete Paris eine noch nie dagewesene künstlerische wie persönliche Freiheit.
Auch Paula Modersohn-Becker wollte  – wie auch andere Künstlerinnen aus Worpswede – daran teilhaben. Sie war begeistert, dem regulären Anatomiekurs der renommierten Ecole des Beaux-Arts beiwohnen zu können. Am Abend traf man sich in der Académie Colarossi zum Aktzeichnen. Ein Skandal für bürgerliche Sittenhüter. Inspirierend war für die Frauen auch der Besuch der 1908 gegründeten Privatschule von Henri Matisse (1869 – 1954). Schon damals ein großer Name der Kunstwelt, waren ihm plumpe Imitationen seines eigenen Stils ein Graus. Seine Schützlinge sollten zu einer persönlichen Ausdrucksform finden.

 

Text: Kunsthalle Jesuitenkirche | Foto: Kunsthalle Jesuitenkirche
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