IB GEERTSEN

20.8. – 13.11.16 | GAK

Ib  Geertsen  (1919 – 2009)  ist  einer  der  wichtigsten  Vertreter  der  dänischen  Konkreten  Kunst  und  als solcher in  seinem  Heimatland überaus  bekannt.  Seine  Mobiles,  Gemälde  und Grafiken befinden sich in den  dortigen  großen  Museumssammlungen.  Seine  Gestaltungen  und „Luftzeichnungen“  (wie  er  seine  Mobiles  selbst nannte) prägen das  Gesicht zahlreicher dänischer Städte oder verknüpfen sich mit dem  Bereich der  Angewandten  Kunst.  Und  die  spielerische  Poesie  seiner  farbenfrohen,  geometrischen  Formen  ist  bis  heute  aktuell.  Wie  der  Kritiker  und  Kurator  Lars   Bang  Larsen   20 0 3  in  Artforum  konstatierte:  ” Ib  Geertsen  is  practically a father figure within Denmark’s artistic household. Generatio ns of Danish artists have grown up  with  his  colorful  formalism  in  museums  and  public  spaces,  and  now  a  younger  audience  has  rediscovered
Geertsen’s sensuous cool.“

Angesichts    der    Qualität    von    Geertsens    künstlerischem    Schaffen,    das    sich    auf    Augenhöhe    mit  internationalen  Zeitgenossen  wie  etwa   Richard  Paul  Lohse,  Niele Toroni,  Serge  Poliakoff  oder  Alexander  Calder  befindet,  ist  es  umso  erstaunlicher,  dass  seine  Werke  außerhalb  seines  Heimatlandes  nahezu  unbekannt   sind.   Unstrittig   weist   seine   Arbeit   Impulse  auf,   die  heute  (wieder)   fester   Bestandteil   einer  jüngeren künstlerischen Produktion sind. Seine Farbpalette, seine geometrischen Formen ohne symbolische  Bedeutung,  aber  mit  deutlich  emotionaler  Aufladung,  seine  Verwebung  von  Balance,  Bewegung,  Licht  und  Luft  sowie seine Idee, Gattungsgrenzen zu sprengen und sich auf direktem Wege mit dem täglichen Leben  der Menschen zu verknüpfen, haben bis heute nichts an Aktualität eingebüßt und erfahren in vielen aktuellen  Positionen ein Revival.

Die  Ausstellung  von  Ib  Geertsen in  der  GAK  ist  seine  erste  innerhalb  Deutschlands  überhaupt und  fügt  sich  sinnvoll    in    die    Tradition    des    Hauses    ein,    in    unregelmäßigem    Turnus    Haltungen    einer    älteren  Künstlergeneration  zu  präsentieren,  die  Tendenzen  der  zeitgenössischen  Kunst  vorweg  genommen haben (zuletzt  2012  mit  Vlassis  Caniaris).  Die  Präsentation  von  Geertsen  konzentriert  sich  auf  Beispiele  seiner  Mobiles,  Gemälde und Papierarbeiten seit den 1950er Jahren und beinhaltet außerdem eine exemplarische  Dokumentation  seiner  Projekte  für  den  öffentlichen  Raum  und  den  angewandten  Bereich.  Ergänzt  wird  die
Ausstellung  von  einem  „Museumsshop“,  der  eine  kleine  Auswahl  mit  von  Geertsen inspirierten und  exklusiv  für die Ausstellung entstandenen Designentwürfen zum Kauf anbietet.

Ib  Geertsen  wurde  1919  in  Kopenhagen  geboren  und  starb  dort  im  Jahr  2009.  In  den  1930er  Jahren  machte  er  zunächst  eine  Ausbildung  als  Gärtner,  bevor  er  sich  als  Autodidakt  der  Kunst  zuwandte.  Er  war  Mitbegründer  der  Künstlergruppe  Linien  II,  die  zwischen  1949  und  1952  die
dänische Konkrete Kunst mit  internationalen  Positionen  dieser  Bewegung  verknüpfte.  Seit  den          19 5 0er  Jahren  hatte  er  Einzelausstellungen    an    allen    wichtigen    Häusern    seines    Heimatlandes    und    war    an    zahlreichen  internationalen  Gruppenausstellungen  zur  Konkreten  Kunst beteiligt. Seine Werke sind in den Sammlungen  etwa  des  Staatlichen  Kunstmuseums  Kopenhagen,  des  ARoS  in  Aarhus,  des  Sorø  Art  Museums  oder  des  Trapholt  Museums  in  Kolding  vertreten.  Zwischen  den  19 6 0er  und  19 9 0er  Jahren  hat  er  darüber  hinaus
zahlreiche Projekte im öffentlichen Raum überall in Dänemark und einige Designentwürfe verwirklicht.

 

Text: GAK | Foto: GAK
Externer Link: GAK

 

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