Dalí, Ernst, Miró, Magritte …

7.10.16 – 22.1.17 | Hamburger Kunsthalle

Mit der groß angelegten Schau Dalí, Ernst, Miró, Magritte … präsentiert die Hamburger Kunsthalle über 180 bisher kaum gereiste Meisterwerke des Surrealismus aus vier der bedeutendsten europäischen Privatsammlungen des 20. und 21. Jahrhunderts. Gezeigt werden weltbekannte Ikonen wie das Mae-West-Lippensofa, das Hummer-Telefon und ein vier Meter großer Paravant des jungen Salvador Dalí neben geheimnisvollen Bildrätseln von René Magritte wie Reproduktion verboten, poetische Formfindungen von Joan Miró und zukunfts-weisende bildnerische Experimente von Max Ernst. Berühmte Werke stehen neben neu zu entdeckenden Arbeiten, so der in Deutschland wenig bekannten Surrealistinnen Leonora Carrington, Dorothea Tanning und Leonor Fini. Mit Spitzenwerken aller künstlerischen Medien verführt die Ausstellung die Besu-cher_innen in die Traumwelten des Unbewussten – ebenso wie die Sur-realist_innen es in den 1920er Jahre anstrebten. Die surrealen Welten wirken bis heute so schockierend wie überraschend, so humorvoll wie faszinierend und dabei immer hoch verführerisch.

Der Surrealismus, die prägende Kunstströmung des 20. Jahrhunderts, wird auf diese Weise in einer bisher nicht gesehenen und wegen der Kostbarkeit der Leihgaben unwiederbringlichen Breite erlebbar. Zugleich legt die Ausstellung mit ihrem Einblick in die Entstehung und Qualität von vier der legendärsten, heute teils in alle Welt verstreuten Surrealismus-Sammlungen einen neuen Forschungsschwerpunkt: Sie untersucht in »surrealen Begegnungen« von Wer-ken, Künstler_innen und Sammler_innen Unterschiede und Vergleichbarkeiten des Sammelns, seiner historischen Bedingungen und der Entwicklungen des Kunstmarktes innerhalb von 85 Jahren. Sie macht zudem die Integration des surrealistischen Denkens in das Zuhause der Sammler_innen nachvollziehbar und das komplexe Verhältnis von Sammler_in, Förder_in und Künstler_in für den Surrealismus erstmals anschaulich:

Während der exzentrische englische Poet und Mäzen Edward James (1907-1984) und sein Landsmann, der Künstler-Kurator Roland Penrose (1900-1984) Förderer und Freunde der Szene seit der ersten Stunde waren, führen uns die Kollektionen der Schottin Gabrielle Keiller (1908-1996) und des bis heute sam-melnden Berliner Ehepaars Ulla und Heiner Pietzsch die nachhaltige Verfüh-rungskraft des Surrealismus seit den 1960er Jahren vor Augen. Die vier, heute teils weltweit verstreuten und hinter verschiedensten privaten Türen verschlos-senen Sammlungen werden erstmals teilrekonstruiert und öffentlich miteinan-der konfrontiert. Sie bestärken und ergänzen sich auf überraschende Weise: Präzise Werkgegenüberstellungen verdeutlichen die jeweiligen Sammlungs-schwerpunkte und zeigen, wie die Sammler_innen die surreale Auffassung des »Wunderbaren« in ihre Realität, und das »Unheimliche« in ihr Heim integrier-ten.

Das Ausstellungsprojekt der Hamburger Kunsthalle entsteht in einer erstma-ligen trinationalen Kooperation mit der Scottish National Gallery of Modern Art, Edinburgh und dem Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam. Neben ein-zigartigen Leihgaben der Kooperationspartner ermöglichen vielzählige weitere internationale Leihgaben aus bedeutenden europäischen und amerikanischen Museen und Privatsammlungen einen spannungsreichen Dialog, der so in Zu-kunft nicht mehr möglich sein wird. Die Ausstellung startete in Edinburgh mit großem Medienecho. Die Hamburger Kunsthalle hat die Schau nochmals bedeu-tend erweitern können dank exzellenter Leihgaben von über 25 nur in Hamburg zu sehenden weiteren Meisterwerken, unter anderem von Max Ernst, Salvador Dalí und ausgewählten Surrealistinnen. Die Schau wird verändert im Anschluss in Rotterdam präsentiert  (11. Februar bis 28. Mai 2016).

Die große Herbstausstellung der Hamburger Kunsthalle versammelt Haupt-werke aller Medien von u.a. Hans Arp, Hans Bellmer, Victor Brauner, André Breton, Leonora Carrington, Salvador Dalí, Paul Delvaux, Oscar Domínguez, Marcel Duchamp, Max Ernst, Léonor Fini, Alberto Giacometti, Valentine Hugo, René Magritte, Man Ray, André Masson, Joan Miró, Richard Oelze, Meret Oppenheim, Wolfgang Paalen, Roland Penrose, Valentine Penrose, Francis Picabia, Pablo Picasso, Kurt Seligmann, Yves Tanguy und Dorothea Tanning.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter wissenschaftlicher Katalog (288 Seiten) mit zahlreichen Essays von internationalen Surrealismus-Expert_innen in deutscher und englischer Ausgabe. Die Publikation ist zum Preis von 30 Euro im Museumsshop erhältlich und kann online unter www.freunde-der-kunsthalle.de bestellt werden.

Die Hamburger Kunsthalle bietet ein umfangreiches und neuartiges, multime-diales Begleitprogramm zur Ausstellung an: Zu den faszinierenden Samm-ler_innenpersönlichkeiten sind eigens Filme produziert worden, sie sind online abrufbar und werden auch im Kinoraum neben der Ausstellung präsentiert. Erstmals ist ein internationales surreales Online-Spiel speziell für die Schau entwickelt worden, welches auf der Website der Kunsthalle sowie im Vorraum der Ausstellung in das surrealistische Spielen und Denken einführt. Zudem wird ein Multimediaguide angeboten. Wissenschaftliche Vorträge und Symposien sind Teil eines vielseitigen Veranstaltungsprogramms.

 

Text: Hamburger Kunsthalle | Foto: Hamburger Kunsthalle
Externer Link: Hamburger Kunsthalle

 

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