Graphzines aus dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte

22.6. – 24.9.17 | Museum Fürstenfeldbruck im Kunsthaus

Mit der Ausstellung „Graphzines“ zu französischen Künstlerpublikationen leistet das Museum Fürstenfeldbruck zusammen mit dem Münchner Zentralinstitut für Kunstgeschichte (ZI) Pionierarbeit: Zum ersten Mal überhaupt werden französische Graphzines in einem Museum in Deutschland zu sehen sein. Über 100 Werke aus der bedeutenden Graphzines-Sammlung der Bibliothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte laden ab Donnerstag, 22. Juni 2017 ein zur Entdeckung einer künstlerischen Szene, die seit der Mitte der 1970er abseits des großen Kunstbetriebes besteht und bis heute in immer neuen Formen lebendig ist. Begleitend zur Bücherausstellung zeigt Stéphane Blanquet (Paris), einer der wichtigsten Künstler der Szene, auf rund 250m² Quadratmetern die begehbare Installation „New Lung Seeded Inside“, die als begehbares Buch konzipiert ist.

Graphzines
Graphzines sind graphische, figurative Künstlerpublikationen, die eng mit dem alternativen Comicstrip und den Fanzines verbunden sind. Sie werden in der Regel in kleineren Auflagen hergestellt, oft im Siebdruckverfahren, und bei spezialisierten Buchhandlungen, Galerien und Festivals angeboten. Das formale Spektrum reicht vom fotokopierten Zine bis zu großformatigen serigraphischen Meisterleistungen und Unikaten. Die Ausstellung über Graphzines liegt im Trend. Zahlreiche Ausstellungen über Comics, darunter umfangreiche Schauen wie Pioniere des Comic in der Schirn Kunsthalle Frankfurt 2016 und Comics!
Mangas! Graphic Novels! in der Bundeskunsthalle Bonn 2017 zeigen, dass der Comic und verwandte Genres nicht mehr als Produktionen einer Subkultur gelten, sondern als bedeutende kulturelle Medien wahrgenommen werden.

Vorgestellt werden einige der wichtigsten Künstler bzw. Künstlerproduzenten von den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Im Fokus steht die französische Szene der achtziger und neunziger Jahre, die große, prägende Zeit der Graphzines. Folgende Namen strukturieren die Ausstellung: Bazooka, Elles sont de sortie (mit Pascal Doury und Bruno Richard), Le Dernier Cri (Pakito Bolino), Stéphane Blanquet (Chacal Puant / United Dead Artists), ferner Y5P5,
Pierre La Police, Philippe UG (CBO éditions), Thierry Guitard, Blexbolex und Charles Burns als Repräsentant der angloamerikanischen Verbindungen. Seltene Plattenhüllen erinnern an die enge Verbindung der graphischen mit der musikalischen Szene. Werbegraphiken, Pop-up-Bücher, Jugendbücher und Graphic Novels verdeutlichen, dass die Graphikkünstler verschiedenste Formate nutzen. Einige sind bereits einem größeren Publikum bekannt (Stéphane Blanquet, Blexbolex, Charles Burns, Kiki Picasso, Philippe UG).

 

Text: Museum Fürstenfeldbruck im Kunsthaus | Foto: Museum Fürstenfeldbruck im Kunsthaus
Externer Link: Museum Fürstenfeldbruck im Kunsthaus

 

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