Unterirdisch. Die 8. Höhler Biennale in Gera

23.6. – 15.10.2017 | Gera

Oscar Estepa Marin, Pinyin, 2017.

 

von Sabine Scheltwort //

 

Es ist ein einzigartiger Ort, um Kunst auszustellen: Die Höhler Biennale in Gera findet unter Tage statt. Höhlen sind per se besondere Räume, mit einer unvergleichlichen Atmosphäre, licht- und damit farblos, und immer etwas unheimlich. Die Geraer Hohlräume sind künstliche Höhlen. Sie wurden im 16. und 17. Jahrhundert unter vielen Häusern der Altstadt angelegt, um Bier zu lagern. Zehn Höhler sind seit 1989 für die Öffentlichkeit zugänglich, A, B und C werden nun genutzt, um bereits zum achten Mal zeitgenössische Installationskunst zu zeigen. Zu den 25 ausgewählten Künstlern gehört unter anderem der badische Bildhauer Günter Wagner, der seit 1992 mit patiniertem Stahl, Gusseisen und Glas arbeitet. In seinen Arbeiten erkundet er konsequent das Verhältnis von Schwere und Leichtigkeit, Robustheit und Zerbrechlichkeit, Patina und Transparenz. In Gera zeigt er eine poetische Lichtinstallation.

Der junge Architekt und Künstler Daniel Theiler installiert in seiner Arbeit „Mikrokosmos“ eine ganz andere Schattenwelt, die sich permanent verändert. Mit der Verwendung von Hefe spielt er auf die ursprüngliche Verwendung der Höhler an. Die Tänzerin, Lyrikerin und Performerin Anna Debora Zimmermann bringt Dutzende von Schwimmflügeln zum Schweben. Skelettartige Gestalten aus wiederverwendeten Materialien lässt die Finnin Hanna Järvenpää durch die Unterwelt flanieren und thematisiert damit die Urängste des Menschen vor dem Unbekannten, das ihn nach dem Tod unter der Erde erwarten könnte.

 

8. Höhler Biennale 2017

Thema: „SCHATTENwelt – LICHTblicke“

23.6. – 15.10.2017, Gera

Folgende Höhler sind Kunstorte der aktuellen Biennale:

– Café Kanitz | Markt 3

– Stadtapotheke | Markt 8/9

– Meierhof | Markt 14

Mi – So 11 – 18 Uhr und nach Vereinbarung

Eintritt: 7 €, erm. 4 €

www.hoehlerbiennale.de

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