Perspektiven – Positionen zeitgenössischer Fotografie

16.7. – 5.11.17 | Schloss Bonndorf

Schloss Bonndorf hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder auch fotografische Arbeiten in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Die neue Ausstellung lenkt nun die Aufmerksamkeit auf drei ganz unterschiedliche Fotokünstler.

Dirk Brömmel generiert mit Hilfe der digitalen Technik eine sehr persönliche Realität. In Bonndorf zeigt er u. a. Bilder aus der Serie „kopfüber“. Dabei geht es um einen brillanten „Wimmelbilderkosmos der Schifffahrt“ (Dietrich Roeschmann). Die Arbeiten zeigen Frachter und Ausflugsdampfer, die über monochrome
Hintergründe dahinziehen. Brömmel führt uns mehr vor Augen als das, was wir von der Wirklichkeit aufzunehmen vermögen. Dazu investiert er manchmal Wochen oder sogar Monate. Der Künstler wurde 1968 geboren und studierte an der Akademie der Bildenden Künste der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Fotografie.

Peter Riedlinger lebt in Löffingen-Reiselfingen und Berlin. Er studierte Fotografie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich (Diplom) und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Riedlinger zeigt kein Interesse daran, Bilderbuch-Landschaften zu recherchieren und zu dokumentieren. Er blickt mit der Kamera hinter die Klischees unserer Wahrnehmung und geht durchgängig subjektiv vor, indem er Zeichen und Codes fixiert, „die auf vergangene Lebensweisen und Existenzmöglichkeiten verweisen“ (Peter Lindhorst). In Schloss Bonndorf werden Teile aus zwei seiner Bildserien zu sehen sein: Bilder von Hausschlachtungen im Hochschwarzwald und von mehreren Reisen durch Italien.

Yamamoto Masao wiedersetzt sich konsequent den zeitgenössischen Kunsttrends, die zur Gigantomanie neigen. Er zielt nicht auf große Gesten ab, sondern auf Ruhe und Reduktion. So erscheint es nur konsequent, dass Yamamoto Masao für seine Landschaften, Stillleben und Akte das Postkarten-Format benutzt, was die
künstlerische Qualität auf subtile Weise intensiviert. Geprägt ist Yamamoto Masaos Ästhetik von der Zen-Lehre. Der Künstler selbst spricht von seinen fotografischen Arbeiten als „visuellen Haikus“. Yamamoto Masao wurde 1957 in Japan geboren. Er studierte Malerei und ist heute ein international gefragter Lichtbildner, der ganz auf die analoge Technik setzt.

Die Ausstellung ist zwischen dem 16. Juli und dem 5. November mittwochs bis sonntags und an Feiertagen jeweils von 10-12 und von 14-17 Uhr geöffnet.

 

Text: Schloss Bonndorf | Foto: Schloss Bonndorf
Externer Link: Schloss Bonndorf

 

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