(De)Maskiert. – Künstler der DDR im Museum Barberini Potsdam

29.10.2017 – 4.2.2018 | Museum Barberini

Wolfgang Mattheuer, Das graue Fenster, 1969. VG Bild-Kunst.

 

von Ninja Elisa Felske //

 

Kunst war in der DDR äußerst heterogen: gefördert bis zensiert, didaktisch bis revolutionär. Während Kulturschaffende in der DDR ein staatlich finanziertes Einkommen erhielten, galt diese Sicherheit natürlich nur für jene, die sich konform verhielten. Kunst, die heute mit dem weit gefassten Terminus des Sozialistischen Realismus bezeichnet wird, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Künstlern gemäß der Ideologie der Sowjetunion erwartet.
Doch wären die künstlerischen Erzeugnisse der einstigen DDR nicht so heterogen, hätte es nicht auch vielfach Auflehnung gegen eine erzieherische Vereinnahmung der Kunst gegeben: Sind die Werke stilistisch auch oft äußerst unterschiedlich, begegnen sich doch alle in der Schnittmenge des „Dagegenhaltens“.

Jenem Spannungsfeld widmet sich die Ausstellung „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“ im Potsdamer Museum Barberini. Die Inszenierung des Künstlerindividuums in den Jahren 1945 bis 1989 wird anhand von vier Generationen in Gemälden, Fotografie, Grafik, Collage und Skulptur nachvollzogen. Auch künstlerische Aktionen ergänzen den Blick auf diese Epoche. Eine Betrachtung, die deutlich macht, dass jene Kunst nicht in ideologischen Zuschreibungen aufgeht – die Kunstwelt der DDR war deutlich vielschichtiger. Mit der Ausstellung beginnt das Museum Barberini die Erforschung seiner Sammlung zur Kunst in der DDR. Ausgehend vom eigenen Bestand versammelt sie über 100 Werke von 80 Künstlerinnen und Künstlern, darunter Hartwig Ebersbach, Werner Tübke, A. R. Penck, Arno Rink und Trak Wendisch.

 

Hinter der Maske. Künstler in der DDR
29.10.2017 – 4.2.2018, Museum Barberini
Alter Markt, Humboldtstr. 5–6, D-14467 Potsdam
Tel.: +49-331-236014499
Mo + Mi – So 10 – 19 Uhr
Eintritt: 14 €, erm. 10 €
www.museum-barberini.com

 

 

Text aus der kunst:art 58

 

 

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