Künstler und Forscher. – Peter Vogel in der Städtischen Galerie Offenburg

22.10.2017 – 4.2.2018 | Städtische Galerie Offenburg

 

von Dieter Begemann //

 

Den Oberrheinischen Kunstpreis Offenburg, heuer zum dritten Mal verliehen, erhält 2017 der vielseitige Künstler Peter Vogel. Die von einer Katalog-Publikation begleitete Preisträgerausstellung freilich in der Städtischen Galerie (im Gebäudekomplex des Kulturforums) wurde unversehens zur Retrospektiv- und Gedächtnisausstellung, da der Künstler, 1937 in Freiburg/Breisgau geboren, ebendort im Mai 2017 starb. Peter Vogel verstand sich nie als Künstler, der dem Betrachter ein fertiges Werk hinstellt, sondern zielte lieber auf Interaktion. Das ist im Medium der Malerei und Plastik naturgemäß unmöglich, folglich griff der Künstler zu Elektrik und Elektronik. Kybernetik hieß damals das Zauberwort: Vogels Bewegungsobjekte, Zwitschermaschinen und andere mehr beschränkten sich nicht auf Visuelles, sondern bezogen schon früh den Klang mit ein.

Der Betrachter, der eben nicht nur guckt, sondern auch hört, wurde unversehens zum Mitspieler des Künstlers, weil Sensoren seine Bewegungen und Geräusche registrierten und ihrerseits in Ton- und Bewegungsäußerungen umsetzten. Der ansonsten passive Rezipient und das vom Künstler bereitgestellte System entfalten im Pingpong einen Dialog, dessen Ablauf unvorhersehbar ist. Spielerisch und interaktiv: Mit diesem Konzept wurde Peter Vogel, der sich auch mit Hirnforschung und der Entwicklung medizinischer Geräte in diesem Bereich beschäftigte, zum wichtigen Vorläufer aktueller Entwicklungen in Wissenschaft wie Kunst.

 

Oberrheinischer Kunstpreis Offenburg: Peter Vogel
22.10.2017 – 4.2.2018, Städtische Galerie Offenburg
Amand-Goegg-Str. 2, D-77654 Offenburg
Tel.: +49-781-822040
Di – Fr 13 – 17 Uhr, Sa + So 11 – 17 Uhr
Eintritt: 3 €, erm. 2 €
www.galerie-offenburg.de

 

Text aus der kunst:art 58

Über Dieter Begemann 104 Artikel
Begemanns Blog: Sternschnuppen An dieser Stelle soll es um ästhetische Sternschnuppen gehen und, wie es die Schnuppen so machen, sollen sie hin und her zischen auf manchmal verblüffenden Kursen – kreuz und quer! Ich konnte (und musste zum Glück mich auch nie) entscheiden zwischen praktisch-bildkünstlerischen und theoretischen Interessen: Ich liebe Malerei und Bildhauerei, begeistere mich für Literatur, bin ein Liebhaber von Baukunst und Design –aber meine absolute Leidenschaft gehört der Gestaltung von Gärten und Autos. Und, eh ich’s vergesse: natürlich dem Film!!

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