Bauhaus und die Folgen. – Bauhaus im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen

26.11.2017 – 4.3.2018 | Gerhard-Marcks-Haus

Oskar Schlemmer, Abstrakte Figur, 1921/23. Museum Moderne Kunst Wien.

 

von Dieter Begemann //

 

Das Bauhaus verbinden wohl die meisten mit der avancierten Ausbildungs- und Versuchsstätte und ihrer weltberühmten Architektur der Mittzwanziger in Dessau. Aber das Bauhaus war ja schon fünf Jahre zuvor in Weimar gegründet worden: Am symbolträchtigen Ort der deutschen Klassik hatte im April 1919 Direktor Walter Gropius im Programm seiner Kunstschule aufgerufen, eine „neue Zunft der Handwerker“ auszubilden. Das Ideal eines gemeinschaftlichen, auf handwerklichen Grundlagen beruhenden Schaffens griff zurück auf die Bauhütten des Mittelalters. Zu den wichtigsten Dozenten in Weimar gehörte der Bildhauer Gerhard Marcks, der sich als „Formmeister“ um den Aufbau einer Keramikwerkstatt im nahe gelegenen Dornburg kümmerte.

Nach der mit dem Umzug verbundenen Neuorientierung des Bauhauses – in Richtung Industriedesign – ging Marcks jedoch eigene Wege. Begleitet wurde er dabei von einer ganzen Reihe von Formgestaltern, die mit ihm in Weimar zusammengearbeitet hatten. Das Bremer Gerhard-Marcks-Haus untersucht nun in einer aufschlussreichen Schau diesen Kreis. Marcks und seine Freunde interessierten sich bei ihren Wegen aus dem Bauhaus – der Titel der Ausstellung – für eine individuelle, eher philosophisch und plastische orientierte Formgestaltung. Theodor Bogler, Oskar Schlemmer und die später in den USA sehr erfolgreiche Marguerite Friedländer-Wildenhain sind nur einige der Namen, mit denen die Bremer eine Alternativgeschichte zur industriemäßigen Typisierung erzählen.

 

Wege aus dem Bauhaus
26.11.2017 – 4.3.2018, Gerhard-Marcks-Haus
Am Wall 208, D-28195 Bremen
Tel.: +49-421-9897520
Di – So 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr
Eintritt: 5 € (freiwillig 10 €)
www.marcks.de

 

Text aus der kunst:art 58

Über Dieter Begemann 58 Artikel
Begemanns Blog: Sternschnuppen An dieser Stelle soll es um ästhetische Sternschnuppen gehen und, wie es die Schnuppen so machen, sollen sie hin und her zischen auf manchmal verblüffenden Kursen – kreuz und quer! Ich konnte (und musste zum Glück mich auch nie) entscheiden zwischen praktisch-bildkünstlerischen und theoretischen Interessen: Ich liebe Malerei und Bildhauerei, begeistere mich für Literatur, bin ein Liebhaber von Baukunst und Design –aber meine absolute Leidenschaft gehört der Gestaltung von Gärten und Autos. Und, eh ich’s vergesse: natürlich dem Film!!

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