Wanderer zwischen Welten. – Hans Thoma im LA8 Baden-Naden

bis zum 4.3.2018 | Museum LA8, Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts

Hans Thoma, Blick auf Öflingen (Brennet), 1897. Foto: Dieter Conrads.

 

von Stefan Simon //

 

Hans Thoma (1839–1924) war in der Zeit um 1900 der „Lieblingsmaler des deutschen Volkes“. Thoma, im Schwarzwald-Dorf Bernau geboren, blieb seiner Heimat ein Leben lang eng verbunden. Die Landschaft seiner Heimat prägte seine Malweise und seine ästhetische Position. Aber es gibt in dem vielschichtigen Werk Aspekte, die über die bekannte Vorstellung vom Maler seiner Schwarzwälder Heimat hinausweisen und die Weltläufigkeit sowie das überaus breite thematische wie technische Spektrum Thomas vor Augen führen. Befreundet mit Arnold Böcklin und Adolf von Hildebrand, findet Hans Thoma auf seinen Italienreisen zum besonderen Licht seiner Landschaftsmalerei und greift in seinen Arbeiten antike und christliche Motive auf. In seinen Entwürfen für die handwerkliche Möbelherstellung der Schnitzereischule Bernau und die Keramikproduktion der Majolika in Karlsruhe erweist sich Thoma als Mittler zwischen dem englischen Arts and Crafts Movement und jener Moderne, die später zur Gründung des Bauhauses führte.

Die Ausstellung widmet sich Hans Thoma als genialischem Bilderfinder und als handwerklich präzisem Gestalter anspruchsvoller Alltagsgegenstände. Der Besucher sieht in dieser differenzierten Neubetrachtung Hochtäler des Schwarzwalds und italienische Landschaften, allerdings anders als in der Realität. Thoma kombiniert Eindrücke der Bernauer Heimat mit solchen der Campagna und setzt in diese Szenerien alltägliche Spaziergänger ebenso wie mythologische Fabelwesen von bestechender Präsenz. Unter Thomas‘ Blick erscheinen Menschen und Dinge so seltsam vertraut, dass sie dadurch wieder fremd werden.

 

Hans Thoma. Wanderer zwischen den Welten
bis zum 4.3.2018 , Museum LA8, Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts
Lichtentaler Allee 8, D-76530 Baden-Baden
Tel.: +49-7221-5007960
Di – So 11 – 18 Uhr
Eintritt: 7 €, erm. 5 €
www.la8.de

 

Text aus der kunst:art 59

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