115 Jahre „Bild-Gewalt“. – Gewalt in der Städtischen Galerie Böblingen

bis zum 2.4.2018 | Städtische Galerie Böblingen

Otto Dix, Zerschossene Wagen, Krieg WK I, 1916. VG Bild-Kunst.

 

von Michaela Schabel //

 

Terror, Amok bestimmen unsere Schlagzeilen. Die Tagesaktualität von Gewalt und Schrecken, Leid und Opfern war für die Kuratoren der Impuls, aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Städtischen Galerie Böblingen die Ausstellung „Bildgewalt – Darstellungen zwischen Wahn und Wirklichkeit aus den Sammlungen der Stadt Böblingen“ zu konzipieren, zum ersten Mal in Kooperation der Städtischen Galerie und des Deutschen Bauernkriegsmuseums.

Der Synergieeffekt der Zusammenarbeit ist beachtlich, „Gewalt“ in Bildern, ein omnipräsentes Thema in der Kunstgeschichte, ohne dass es bislang ausstellungsmäßig besonders herausgehoben wäre, rückt über Böblingen hinaus ins Bewusstsein. 150 „bildgewaltige“ Werke von 60 Künstlern aus einem Entstehungsraum von über 100 Jahren konnten für die Ausstellung aus den beiden Museumsarchiven zusammengestellt werden. Der Bogen spannt sich von einer Radierung Käthe Kollwitz‘ aus dem Jahr 1902 bis zu ortsbezogenen Rauminstallationen von Jenny Winter Stojanovic von 2017. Vertreten sind neben den renommierten Künstlern wie Alfred Hrdlicka, Bernhard Heisig oder Werner Tübke auch regional bekannte Künstler wie Franz Frank, Hans Fähnle oder Rudolf Müller. In 13 in sich konträren Schwerpunktthemen geordnet, leuchten die Facetten der Gewalt auf, neben Aufruhr und Unterdrückung, Wirklichkeitserfahrung und Kriegsrealität, auch Brutalität und Lüsternheit, Tod und Tanz. Auf symbolischem Farbhintergrund kommen die zahlreichen Werke, teilweise auch in Petersburger Hängung, „bildgewaltig“ zur Wirkung.

 

Bildgewalt – Darstellungen zwischen Wahn & Wirklichkeit
bis zum 2.4.2018, Städtische Galerie Böblingen
Museum Zehntscheuer, Pfarrgasse 2, D-71032 Böblingen
Tel.: +49-7031-6691705
Mi – Fr 15 – 18 Uhr, Sa 13 – 18 Uhr, So 11 – 17 Uhr
Eintritt: 2,50 €, erm. frei
www.staedtischegalerie.boeblingen.de

 

Text aus der kunst:art 59

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