Ein Paradies mit Bodenhaftung. – Expressionistische Meisterwerke im Museum Georg Schäfer

16.12.2017 – 22.4.2018 | Museum Georg Schäfer

Max Pechstein, Liegendes Mädchen, 1910. Courtesy of Aargauer Kunsthaus Aarau & Institut für Kulturaustausch, Tübingen, Foto: Jörg Müller, © 2017 Pechstein Hamburg, Tökendorf. VG Bild-Kunst.

 

von Stefan Simon //

 

Wenn es ein Paradies auf Erden geben sollte, dann war es für die Künstler Max Pechstein und Emil Nolde wohl die Südsee. Dabei handelte es sich um einen inneren wie realen äußeren Rückzugsort, den die Künstler dort zu finden hofften. Das in der Ferne ebenso wie in Europa ethisch wiederzuentdeckende „Urwesenhafte“ (Nolde) war Herausforderung und Ziel. Das Paradies der Künstler wurde als Gegenentwurf zur europäischen Zivilisation, aber auch zum politisch geführten Streit um die Kunst angelegt.

Im Vergleich zu den impressionistischen Werken der hauseigenen Sammlung wird die Fragwürdigkeit der Stilbegriffe Expressionismus versus Impressionismus deutlich. Obwohl viele der Gemälde mit ihren paradiesischen Ansichten das Bild von Träumen und Utopien vermitteln, ist ihr Bezug deutlich irdischer. Die Kunst des Expressionismus spiegelte ein neues Lebensverständnis der Künstler wider. Die Frage nach dem Primat von Farbe und Form im Gegensatz zu einer historistischen oder symbolischen Thematik sowie der Streit um eine deutsche Nationalkunst fanden in dieser Richtung eine Antwort. Mit der Ausstellung der 155 hochkarätigen Exponate aus drei Sammlungen wird der Expressionismus als Ganzes verständlich, aber auch das Individuelle jedes einzelnen Künstlers erlebbar gemacht. Neben Arbeiten von Nolde und Pechstein werden Werke von Lyonel Feininger, Erich Heckel, Alexej Jawlensky, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke, Franz Marc, Otto Müller, Gabriele Münter, Christian Rohlfs und Karl Schmidt-Rottluff gezeigt.

 

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Meisterwerke des Expressionismus
16.12.2017 – 22.4.2018, Museum Georg Schäfer
Brückenstr. 20, D-97421 Schweinfurt
Tel.: +49-9721-514820
Di – So 10 – 17 Uhr, Do 10 – 21 Uhr
Eintritt: 11 €, erm. 9 €
www.museumgeorgschaefer.de

 

Text aus der kunst:art 58

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