Zum 150. Geburtstag! Max Slevogt im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

17.3. – 13.5.2018 | Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Max Slevogt, Familienbildnis Slevogt im Garten von Godramstein, 1911. Foto und © mpk

 

von  Marianne Hoffmann //

 

Max Slevogt wurde 1868 im bayrischen Landshut als Sohn des Hauptmanns Friedrich von Slevogt geboren. Nach dem Tod des Vaters zog der Junge mit seiner Mutter, die aus Saarbrücken stammte, nach Würzburg. Hier besuchte er die Schule und gelegentlich machte er Besuche in Landau in der Pfalz. Slevogt studierte von 1874 bis 1884 an der Akademie der Künste in München. 1889 besuchte er die Académie Julian in Paris, danach ließ er sich in München als freischaffender Künstler nieder. Slevogt hatte zwei große Vorbilder: Wilhelm Leibl und Arnold Böcklin, dessen historische und symbolische Themen Slevogt faszinierten. Doch der Maler beschränkte sich nicht (nur) auf die Malerei, der vielseitig Begabte zeichnete auch Karikaturen, so zum Beispiel für die Münchner Zeitschriften „Simplicissimus“ und „Jugend“. Darüber hinaus erstellte er auch Bühnenbilder, Wandmalereien und Tafelbilder. 1897 hatte er seine erste Einzelausstellung in Wien. Nach seiner Heirat mit Antonie (Nini) Finckler aus Godramstein wurde die Familie zu einem beliebten Bildmotiv in seinem Werk. Slevogt war ein Maler, der sich in der aktuellen Kunstszene umschaute und sich an vielen Künstlerkollegen wie Edouard Manet orientierte oder aber an Lovis Corinth, mit dem er 1901 nach Berlin zog und Mitglied in der Berliner Secession wurde. Obwohl Slevogt immer wieder zu großen Reisen nach Italien und Ägypten aufbrach, war der Heimatort seiner Frau und das Hofgut Neukastel, das Slevogt erwarb, sein eigentlicher Rückzugsort. Max Slevogt starb 1932 in Neukastel.

Das Museum Pfalzgalerie verfügt in erster Linie über herausragende Gemälde Slevogts, darunter eines seiner Hauptwerke, das in Godramstein gemalte „Familienbild“ von 1911, das ihn mit Frau und Kindern sowie den beiden Großmüttern zeigt. Beginnend mit der 1897 entstandenen „Scheherezade“ sind mit dem bedeutenden Komplex an Slevogtschen Arbeiten im Museum Pfalzgalerie alle wichtigen Phasen seines Werkes mit beeindruckenden, exquisiten Beispielen belegt. Slevogts Stilfindung im deutschen Impressionismus, künstlerisch und auch persönlich, zeigt sein eindringliches „Bildnis Max Liebermann“, das als eines der besten Liebermann-Porträts überhaupt gilt. Auch dies im Besitz der Pfalzgalerie. Gemeinsam mit seinem Freund besuchte er den Frankfurter Zoo, um dort die Tiere zu malen. Das Ölgemälde „Orang Utan“ aus dem Jahre 1901 ist ein ebenfalls beeindruckendes Zeugnis dieser Schaffensperiode. Die Pfalzgalerie Kaiserslautern wird mit dieser Übersichtsausstellung aus den unterschiedlichsten Schaffensperioden des großen Impressionisten, auf der Basis der eigenen Sammlung von Slevogtwerken, sicherlich zum Publikumsmagnet über die Region hinaus werden. Und das hat dieses Museum und seine Leiterin Britta Buhlmann, die sich unermüdlich darum kümmert, vergessene Künstler auszustellen und diese ins Kunstgedächtnis der Besucher zurückzuholen, mehr als verdient.

 

Max Slevogt. Impression und Phantasie – Zum 150. Geburtstag
17.3. – 13.5.2018, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
Museumsplatz 1, D-67657 Kaiserslautern
Tel.: +49-631-3647201
Di 11 – 20 Uhr, Mi – So 10 – 17 Uhr
Eintritt: 5 €
www.mpk.de

 

Text aus der kunst:art 60

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