Hegenbarths Wahlverwandschaft. – Der Einfluss der chinesischen Tuschmalerei auf Hegenbarth

22.2. – 19.5.2018 | Hegenbarth Sammlung Berlin

Josef Hegenbarth, Katze, o.J. VG Bild-Kunst

 

von Karolina Wrobel //

 

Es war ein kleines, aber geöffnetes zeitgeschichtliches Fenster, das der in der DDR lebende Maler und Zeichner Josef Hegenbarth nutzte: Während die Bundesrepublik Deutschland erst 1972 diplomatische Beziehungen zu China aufnahm, war die von der DDR ausgehende Verbindung gleich 1949 initiiert worden. Der Austausch innerhalb der bilateralen „sozialistischen Kultur“ vollzog sich kaum mehr als eine Dekade lang, da die chinesische Kulturrevolution sie bis 1976 zum Erliegen brachte.

Und trotzdem: Der chinesische Künstler Guan Liang (1900-1986) mag Hegenbarth wohl auf seiner Reise 1957 durch Ost-Deutschland getroffen haben. Darauf deuten jedenfalls die Hegenbarth gewidmeten zwei Tuschezeichnungen hin, die sich in in Hegenbarths Nachlass befinden. Nicht nur diese Zeichnungen dienten ihm wohl als Inspirationsquelle. Seine Beschäftigung mit ostasiatischer Kunst lässt sich anhand der im Nachlass befindlichen Literatur und Artefakten nachvollziehen. Und auch seine Motivwahl sowie die über Jahre entwickelten technischen Finessen seiner Zeichnungen lassen auf die künstlerische Wahlverwandtschaft seines Schaffens schließen.

Die Hegenbarth Sammlung Berlin beleuchtet den Einfluss der chinesischen Tuschmalerei auf die Pinselzeichnungen von Josef Hegenbarth. Unter dem Titel „Der östliche Hegenbarth“ werden Werke des deutschen Künstlers von Werken aus dem Museum für Asiatische Kunst Berlin flankiert. Zu sehen gibt es Rollbilder und Albumblätter der Künstler Guan Liang, Guo Xu (1456-1532), Wen Shu (1595-1634), Gao Fenghan (1683-1749) und anderer.

 

Der östliche Hegenbarth
22.2. – 19.5.2018, Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Str. 49, D-10789 Berlin
Tel.: +49-30-23609999
Di – Fr 12 – 16 Uhr
Eintritt frei
www.herr-hegenbarth-berlin.de

 

Text aus der kunst:art 60

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