Die Wiener Moderne. – Klimt, Moser und Schiele in Linz

16.2. – 21.5.2018 | Lentos Kunstmuseum Linz

Koloman Moser, Badende, um 1911.

 

von Karin Gerwens //

 

In der Zeit um 1900 erlebte die bildende Kunst in den europäischen Metropolen eine Blütezeit. In den Jahren 1890 bis 1910 brachten die Vertreter der Wiener Moderne das kulturelle Leben in der österreichischen Hauptstadt voran. Einen Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens bildete die Wiener Secession mit ihren Gründungsmitgliedern Gustav Klimt und Koloman Moser. Als Abspaltung vom konservativen Wiener Künstlerhaus lehnten die der Secession verbundenen Künstler den überkommenen Kunstbegriff ab und erweiterten ihre künstlerische Praxis durch zeitgenössische Strömungen. Zum Erhalt und zur Qualitätssteigerung des Kunsthandwerks, das durch die neuentstandenen Fabriken Konkurrenz bekommen hatte, war Koloman Moser auch am Aufbau der Wiener Werkstätten beteiligt. Vor einhundert Jahren verlor die Wiener Kunstszene durch den plötzlichen Tod von Gustav Klimt, Koloman Moser und dem erst 28-jährigen Egon Schiele wichtige Protagonisten.

Zum 100. Todestag werden nun in Linz hochkarätige Werke dieser Künstler aus Sammlungsbeständen des Lentos und des Nordico sowie des Oberösterreichischen Landesmuseums auf zwei Ebenen präsentiert. Ergänzt wird die Ausstellung „1918 – Klimt, Moser, Schiele“ durch private Leihgaben. Die 1964 nach einer Ausstellung in der Albertina verschwundene Grafik „ Zwei Liegende“ von Gustav Klimt wurde kürzlich wiederentdeckt und kann nun nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder besichtigt werden. Auch werden neueste Ergebnisse aus der Kunstforschung präsentiert: Röntgenaufnahmen des Gemäldes „Bildnis Trude Engel“ von Egon Schiele weisen unter der Farbschicht eine ältere Komposition auf. Die mit Pappe verklebten Einstiche eines Messers, die dem Kunstwerk noch zu Lebzeiten des Künstlers zugefügt wurden, hat Schiele vermutlich persönlich restauriert.

Der Lesesaal im 1. Obergeschosses des Lentos steht ganz im Zeichen der Provenienzforschung. Durch die Enteignungen der Nationalsozialisten sind die Besitzverhältnisse zahlreicher Kunstwerke bis heute nicht geklärt. Aus diesem Grund arbeitet das Lentos seine Sammlung systematisch auf und hat bereits einige Werke den rechtmäßigen Besitzern übergeben, unter anderem auch Arbeiten von Egon Schiele und Gustav Klimt.

Abgerundet wird die Ausstellung durch die Beschäftigung mit den Biografien der drei Künstler sowie einiger Sammler, darunter auch Wolfgang Gurlitt. Egon Schiele, der der spanischen Grippe erlegen ist, hatte in der Wiener Secession seine erste große Ausstellung. Durch die Freundschaft mit Max Oppenheim wandte er sich vom Jugendstil ab und begann sich für den Expressionismus zu interessieren.

 

1918 – Klimt – Moser – Schiele
Gesammelte Schönheiten
16.2. – 21.5.2018, Lentos Kunstmuseum Linz
Ernst-Koref-Promenade 1, A-4020 Linz
Tel.: +43-732-70703600
Di – So 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 4,50 – 6 €
www.lentos.at

 

Text aus der kunst:art 60

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