Natur oder Kulisse?

27.5. – 26.8.2018 | von der Heydt-Kunsthalle

Thomas Wrede, King Kong, 2006

von Christian Corvin //

Fotografie ist mehr, als nur im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken und vorher die richtigen Einstellungen der Kamera zu finden. Wie bei der Malerei oder der Skulptur kommt es auch bei der künstlerischen Fotografie auf die Idee an. Das Motiv findet sich nicht durch Zufall, sondern es wird in mühevoller Kleinstarbeit geradezu erzwungen. Manchmal wird das Motiv, man denke an Thomas Demand (*1964), gebastelt und eine Kulisse wird fotografiert.

Thomas Wrede und Thomas Demand haben einiges gemeinsam, denn auch der ein Jahr ältere Wrede hat kleine Modelle gebaut und diese so fotografiert, dass man sie als echt empfinden muss, inklusive der sie umgebenden Landschaft. Landschaft ist das Stichwort, das Wrede vielleicht am besten beschreibt und den Unterschied zum Namensvetter zeigt: Sei es die Landschaft auf Fototapeten, die wie Fotomontagen wirken, oder Vögel im Moment des Zusammenstoßes mit einer Windschutzscheibe, schwebend zwischen Leben und Tod, Endlichkeit und Unendlichkeit.

Im Werk von Wrede findet sich vieles wieder: Fiktion und Reales, Ernsthaftigkeit und Humor, Natur und Künstlichkeit, Leben und Tod. So schön auch einzelne Bilder sind oder zu sein vortäuschen, mit Thomas Wrede ist ein Künstler am Werk, der nicht gefällig sein will, sondern der etwas zu erzählen hat. Dies tut er jedoch nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit verschmitzter Miene. Für den Betrachter seines Werkes ein hintergründiges Vergnügen!

Thomas Wrede. Sceneries
27.5. – 26.8.2018
von der Heydt-Kunsthalle
Geschwister Scholl Platz 4-6
D-42275 Wuppertal-Barmen
Tel.: +49-202-5636571
Di – So 11 – 18 Uhr
Eintritt: 3 €, erm. 2 €
www.von-der-heydt-kunsthalle.de

Erstveröffentlichung in kunst:art 61

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