Pop up Space: Stürmt die Burg!

26.07. - 30.11.2018 | Wilhelmsburg Stadt Ulm

Netz von Ines Fiegert_(c)Ines Fiegert

Das Polygonalsystem nimmt den Flankturm ein

Unter dem Titel „Das Polygonalsystem“ bespielt das Künstlertrio Ines Fiegert, Christof Heppeler und Jeremias Heppeler den ehemaligen Flankturm der Wilhelmsburg.

Die aus dem Landkreis Tuttlingen Stammenden waren bei der ersten Begehung ihres zukünftigen Ausstellungsraumes hin und weg. Denn der Flankturm erscheint als waschechter Lost Space, ein verlorener Raum, der zahlreiche Spuren seiner bewegten Geschichte in sich trägt. Die abblätternde Decke fällt Stück für Stück auseinander und zeigt einen Ort, der beinahe für sich alleine schon als Installation funktioniert. Eine schaurig idyllische, fast surreale Kulisse. Genau in solchen Räumen fühlen sich Fiegert und das Vater-Sohn-Gespann Heppeler besonders wohl: Im vergangenen Jahr setzten sie gemeinsam das Projekt „Ru(i)nen“ im Zuge des Kunstfestivals Arte Romeias in Singen um – auch dort: Ein verlassener Raum, dessen vergessene und auserzählte Geschichte durch Installation, Text, Musik und Performance zum Atmen und Vibrieren gebracht wurde. Das gleiche Schicksal blüht nun dem Flankturm, der ab dem 26. Juli vom Polygonalsystem eingenommen wird. Bei der Umsetzung der Ausstellungsintervention sind die Rollen des Trios klar verteilt. Fiegert, die an der renommierten Design Academy Eindhoven ihren Masterabschluss in Social Design umsetzte, spinnt den Raum mit Nylonfäden ein. Ihre Netzinstallationen wirken hierbei als visuelle Intervention, sie sind organische Gebilde, die in der Lage sind einen Raum umzuformen und zu durchbrechen. Das Netz referiert gleichermaßen auf eine Rückeroberung der Natur, aber eben auch auf das Internet und gibt Ausblick in die Vergangenheit, wie auch in die Zukunft. Doch damit nicht genug: Der Klangkünstler Christof Heppeler bringt das Netz zum Schwingen und damit zum Klingen! Fiegerts Netz wird durch Tonabnehmer zum hyperkomplexen und absolut unberechenbaren Instrument, das einerseits von Heppeler gezielt bespielt wird, andererseits aber auch die Besucher dazu einladen soll sich ins Netzsystem einzuklinken und selbst in die Saiten zu greifen. Darüber hinaus wird die Wilhelmsburg, ihre Geschichte und Architektur mitgedacht: Jeremias Heppeler begibt sich in einer Licht-Film-Installation ins Licht der Dunkelheit und zitiert in Bild und Text die Spuren des Raumes. So entsteht eine Art audiovisuelles Gesamtwerk, das diesen besonderen Raum inszeniert, dekonstruiert und rekontextualisiert – und ermöglicht damit ein prägnantes audiovisuelles Erlebnis für alle Besucherinnen und Besucher!

Das Projekt wird gefördert von der Stadt Ulm und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“

von Jeremias Heppeler

Mehr Informationen unter www.die-wilhelmsburg.de und inesfiegert.com

Pop up Space: Stürmt die Burg!

Wilhelmsburg (Werk XII)
Prittwitzstraße 100
89073 Ulm

 

Presseinformation Kulturabteilung der Stadt Ulm

 

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