Artsplash | Französische Filmtage Leipzig

... seit 24 Jahren auf Erfolgskurs!

Copyright 24. Französische Filmtage Leipzig

Am 23. September 2018 wäre die wunderbare Romy Schneider 80 Jahre alt geworden – genau wie Jean Seberg am 13. November diesen Jahres. Beide Schauspielerinnen. Bei den 24. Französischen Filmtagen vom 21. bis zum 28. November 2018 wird der gebürtigen Österreicherin Romy Schneider eine Hommage mit „3 Tage in Quiberon“ von Emily Atef gewidmet und der Amerikanerin Jean Seberg eine Retrospektive. Seberg war unter anderem mit dem französischen Schriftsteller Romarin Gary verheiratet. In „Frühes Versprechen“ von Eric Barbier, der bei den Französischen Filmtagen läuft, wird die Biografie von Gary erzählt, der von seiner geliebten Mutter bedingungslos unterstützt wurde. Obwohl geschieden, blieb er mit Jean Seberg freundschaftlich verbunden. Ihren Karriereschub hatte sie sicherlich dem aus Österreich stammenden Regisseur Otto Preminger zu verdanken, der sie für die Rolle der Jeanne d`Arc auswählte. Und das aus 18.000 Bewerberinnen! In der Verfilmung von Francoise Sagans Bestsellers „Bonjour Tristesse“ besetzte er sie für die Rolle der Cécile. Die Rolle verschaffte der Seberg den Durchbruch. Mit Jean-Paul Belmondo drehte sie „Außer Atem“ in der Regie von Jean-Luc Godard. Damit wurde sie in Frankreich ein Star der Nouvelle Vague. Die Umstände ihres Todes 1979 sind bis heute nebulös.

100 Jahre nach dem Ende des 1. Weltkriegs zeigt Leipzig vier aktuelle Produktionen: „La Peur“ von Damien Odoul, „Le Semeur – Das Mädchen das lesen konnte“ von Marine Francen, „Les Gardiennes“ von Xavier Beauvois und „Cessez-Le-Feu“ von Emmanuel Courcol. Der großartige französische Schauspieler Vincent Lindon ist gleich in zwei Filmen zu erleben. In „En Guerre – Streik“ von Stéphane Brizé spielt er einen Gewerkschafter, der alles versucht um Arbeitsplätze um jeden Preis zu erhalten. In „L`Apparition – Die Erscheinung“ von Xavier Giannoli verkörpert er einen Reporter, der einer Marien-Erscheinung im Südosten Frankreichs auf den Grund gehen soll.

Ein Historienfilm darf aus unserem Nachbarland im Programm nicht fehlen! In „L`Èchange des Princesses – Der Austausch der Prinzessinen“ von Marc Dugain geht es im 18. Jahrhundert um arrangierte Hochzeiten auf dem Papier, die mit der Wirklichkeit kollidieren. Für eine Woche kann man sich in Leipzig einen Überblick über das französische Filmschaffen verschaffen und das in den Passage Kinos und in der Schaubühne Lindenfels. Mein Geheimtipp: Wer es nicht zu den Französischen Filmtagen nach Leipzig schafft, dem sei die hervorragende Küche der Schaubühne Lindenfels empfohlen.

Text von Nadja Naumann
Bild Französische Filmtage Leipzig