A DAY’S WORK

27. Januar - 14. April | 2019 Raum SCHROTH im Museum Wilhelm Morgner in Soest

Am Sonntag, 03. März, 15 Uhr wird der Ausstellungskatalog zu A DAY’S WORK, der aktuellen Ausstellung im RAUM SCHROTH im Museum Wilhelm Morgner mit einem Vortrag der Kuratorin und Führung, vorgestellt. Die britische Künstlerin Susan Morris bringt in dieser internationalen Gruppenausstellung Werke von 22 Künstler*innen zusammen, die sich mit Zeitlichkeit, Subjektivität, Leben und Arbeit befassen.
Der Katalog enthält neben Abbildungen aller Kunstwerke eine Einführung der Kuratorin und wissenschaftliche Beiräge der renommierten Kunsthistoriker*innen Prof. em. Margarete Iversen (University of Essex) und Prof. Michael Newman von der Goldsmith University of London.

In der Einführung zum Ausstellungskatalog berichtet die Kuratorin von der ursprünglichen Idee zum Ausstellungskonzept, das auf ihrem Interesse an den „Giornate“ beruht – einem kunsthistorischen Begriff aus der italienischen Freskomalerei des 14. Jahrhunderts, indem das Tagwerk eines Künstlers erstmals greifbar ist. „Giornata“ sich auf die Wandfläche, die ein Künstler an einem Tag bemalen konnte – wobei der Tag dadurch definiert ist, wann der Putz abzubinden beginnt.
Margarete Iversen fokussiert in ihrem Essay Diagramming the Day diagrammatische Kunstwerke, die Informationen durch Schaubilder, Tabellen und Raster vermitteln, dabei jedoch darauf verweisen, wie begrenzt diese Mittel sind, wenn es um die affektiven und sinnlichen Dimensionen unserer Erfahrungen geht. Diese Kunstwerke befassen sich mit der Rationalisierung von Zeit und Naturphänomenen, aber auch solche, die Entfremdungseffekte, die durch das Eindringen von Technologien in das Arbeitsleben entstehen, thematisieren.
In einigen Arbeiten, so Iversen, werden Zeuge, wie Künstler in diagrammatischen Arbeiten Informationen durch Schaubilder, Tabellen und Raster vermitteln, dabei jedoch darauf verweisen, wie begrenzt diese Mittel sind, wenn es um die affektiven und sinnlichen Dimensionen unserer Erfahrungen geht. Die Arbeiten zeigen, wie künstlich Uhrzeit und Arbeitszeiten im Hinblick auf natürliche Rhythmen und Körperzyklen, die Erdrotation oder den Wechsel der Gezeiten wirken.

Die Frage nach der Definition des Tagwerks verändert sich mit industriellen und technischen Entwicklungen. Künstler*innen kommentieren diese Dinge, aber sie sind auch selbst durch die Grenzen ihrer Materialien und der Zeit, die ihnen damit gegeben ist, beschränkt. Im Kontext aktueller Arbeitsbedingungen betrachtet, untersucht A Day’s Work daher auch die Aktivität von Künstler*innen in Bezug auf diese veränderbare Maßeinheit – ein Thema, das Michael Newman in seinem Katalogbeitrag A Day’s Writing untersucht.

Werke von:
Francis Alÿs, Jill Baroff, KP Brehmer, Rudolf de Crignis, Hanne Darboven, Jeremy Deller, Inge Dick, Philip-Lorca diCorcia, Spencer Finch, Mathew Hale, James Howell, On Kawara, Joey Kotting, Nick Koppenhagen, Mike Meiré, Helen Mirra, Susan Morris, Rakish Light (Brian O’Connell & Deirdre O’Dwyer), Pete Smith, Ignacio Uriarte, Stanley Whitney

Es führen der Sammler Carl-Jürgen Schroth und die Kunsthistorikerin Juliane Rogge M.A. gemeinsam durch A DAY’S WORK, die aktuelle Ausstellung der Stiftung Konzeptuelle Kunst im RAUM SCHROTH im Museum Wilhelm Morgner und stellen Kunstwerke vor, die sich mit Zeit, Arbeit, Kunst und Menschlichkeit befassen.
Der Titel dieser Ausstellung mit rund 35 Werken von 22 internationalen Künstler*innen könnte mit „Tagwerk” übersetzt werden. Das künstlerische Tagwerk ist erstmals im Begriff „Giornata“ greifbar, einem kunsthistorischen Begriff aus der italienischen Freskomalerei des 14. Jahrhunderts. Er bezieht sich auf die Wandfläche, die ein Künstler an einem Tag bemalen konnte – wobei der Tag dadurch definiert ist, wann der Putz abzubinden beginnt.
Auch das Tagwerk zeitgenössischer Künstler*innen ist durch die Eigenschaften des Materials definiert – so war es etwa für James Howell unumgänglich, innerhalb der kurzen Periode, in der seine Acrylfarben flüssig waren, ohne Pause weiter zu malen um Ränder in den ebenen Flächen seiner grauen Bilder zu vermeiden.
Einige der Künstler*innen in der Ausstellung beschäftigen sich mit der Rationalisierung von Zeit und Naturphänomenen, wie etwa On Kawara, der über Jahrzehnte versuchte, an jedem einzelnen Tag – also innerhalb von 24 Stunden – ein Bild fertigzustellen oder Jill Baroff, die die Sonntage eines Monats thematisiert. Andere Künstler*innen untersuchen die entfremdenden Effekte neuer Technologien auf das Tagwerk und auf das Leben von Arbeitern, wie etwa Jeremy Deller, dessen Installation ein am Arm zu tragendes Terminal einbezieht, das die Produktivität von Arbeitern großer Warenhäuser überprüft. Die Frage nach der Definition des Tagwerks verändert sich mit industriellen und technischen Entwicklungen und so auch die Arbeitsbedingungen.

Bitte melden Sie sich per E-Mail an rsvp@skk-soest.de oder unter der Telefonnummer 02921/14177 an.
Die Teilnahme inkl. Museumseintritt ist für die Katalogvorstellung mit Vortrag und Führung kostenlos.

A DAY’S WORK
27. Januar – 14. April 2019
RAUM SCHROTH im Museum Wilhelm Morgner, Thomästraße 1, 59494 Soest
Öffnungszeiten Di. – Fr. 14:00 – 17:00 Uhr, Sa. + So. 11:00 – 17:00 Uhr
Telefon 02921 14177 ǀ info@skk-soest.de ǀ www.skk-soest.de

 

Pressetext: Sammlung Schroth

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