Lust der Täuschung

22.2. – 30.6.2019 | Ludwig Forum für Internationale Kunst

Hans Peter Reuter, Kachelraum ohne Ding Nr. 110, 1976

An so manche optische Täuschung hat man sich längst gewöhnt, mit der die menschliche Wahrnehmung immer wieder aufs Glatteis geführt wird. Da wirken Grautöne ungleich grau, gleich lange Linien ungleich lang oder komplexe Illusionen fangen an sich zu bewegen. Im heutigen Zeitalter sind neue Materialien und Bilderbearbeitung schon lange nicht mehr wegzudenken und mittlerweile so ausgereift, dass ein genaues Betrachten nicht mehr ausreicht, um zu erkennen: Handelt es sich nun um Realität oder Fiktion?

Doch das Phänomen ist längst nicht neu: Auch in der Kunst gibt es zahlreiche Positionen, die schon in der Antike auftauchen. Bis heute beschäftigen sich Künstlerinnen und Künstler mit unserer Wahrnehmung, die uns oft irritiert und unsere Sicht auf die Welt auf ungeahnte Weise erweitern kann. Die Ausstellung „Lust der Täuschung. Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality“ im Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen zeigt einen breit gefassten Überblick über die Geschichte der Täuschung aus 4.000 Kunst-Jahren mit Skulpturen, Malerei, Fotografie und Film. Neben den antiken Fresken und den Malern des 17. Jahrhunderts, vertreten mit der täuschenden Malerei (die sogenannte Trompe-l’œil), darf das Spiel mit Schein und Illusion in der interaktiven Medienkunst der heutigen Zeit natürlich nicht fehlen: der Einzug von Augmented und Virtual Reality in die gegenwärtige Kunst als ein breites, sich rasch entwickelndes Gebiet, das die Schwelle zwischen Fiktion und Realität noch einmal mehr und auf neuartige Weise verschiebt. Maika Rosenbell

Lust der Täuschung. Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality
22.2. – 30.6.2019
Ludwig Forum für Internationale Kunst
Jülicher Str. 97–109
D-52070 Aachen
Tel.: +49-241-1807104
Di – So 10 – 17 Uhr, Do 10 – 20 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 5 €
www.ludwigforum.de

 

Autor: Maika Rosenbell, Bild: Ludwig Forum für Internationale Kunst
Erstveröffentlichung in kunst:art 65