Sammlungsbestand der Extraklasse

Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt

älterer Walburga-Teppich, um 1460-1465, gestiftet von Johann von Eych, Szene der wunderbaren Krankenheilung einer jungen Frau

Wie bei vielen Museen in Deutschland geht die Gründung des Eichstätter Diözesanmuseums auf die Sammeltätigkeit einer Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts zurück. In diesem Fall handelt es sich um einen Geistlichen, den Pfarrer Sebastian Mutzl (1831-1917). Dieser künstlerisch begabte Priester war ein Verehrer des Künstlerbundes der Nazarener und trug im Laufe seiner beruflichen Laufbahn im Bistum Eichstätt eine beachtliche Sammlung christlicher Kunst des Mittelalters zusammen. Darüber hinaus trat er als Berater bei Restaurierungen auf und lieferte eigene Entwürfe für die Ausstattung von Sakralräumen. In hohem Alter verfügte er testamentarisch, dass die Sammlung an den Bischof von Eichstätt übergehen sollte und dass daraus ein Diözesanmuseum nach dem Vorbild von anderen Bistümern entstehen sollte. Zu dieser Gründung kam es schließlich im Jahr 1901. Damit gehört das Eichstätter Museum zu den späten Gründungen im Kreis der kirchlichen Sammlungen in Deutschland.

Diese Sammlung wurde in einem Raum der ehemaligen fürstbischöflichen Sommerresidenz, die dem bischöflichen Priesterseminar gehört, präsentiert. Sie diente damit in erster Linie als Anschauungsmaterial für die Ausbildung der Theologen am bischöflichen Lyzeum, die damals Kunstgeschichte auf dem Lehrplan hatten. Sie richtete sich auch an die Künstler, damit sich diese an der „wahren“ christlichen Kunst ausrichten konnten. Erst in zweiter Linie handelt es sich um ein öffentliches Museum. Die Sammlung wurde später um Exponate aus anderen Epochen erweitert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Museum wegen der Bedenken, dass es von den nationalsozialistischen Machthabern beschlagnahmt werden könnte, geschlossen. Erst Jahrzehnte später konnten die verstreuten und ungeschützten Exponate wieder vereinigt werden, und deshalb wurde in den 70er Jahren nach einem neuen, geeigneten Standort gesucht. Schließlich wurden historische Räume über dem Domkreuzganz adaptiert und in großen Stil nach Plänen des international bedeutenden Diözesanbaumeisters Karljosef Schattner umgebaut. 1982 konnte das neu eingerichtete und mit einem damals ungewöhnlichen Konzept fertiggestellte Museum eröffnet werden. Es werden vor einem geistesgeschichtlichen Hintergrund die Exponate präsentiert, die nach inhaltlichen Themen gruppiert sind.

Die Sammlung beherbergt herausragende Exponate der mittelalterlichen Textilkunst, der Malerei und der Plastik des 13. bis 18. Jahrhunderts, der Goldschmiedekunst aus Romanik, Gotik, Barock, Historismus und Moderne, sowie religiöse Volkskunst. Es werden Ausstellungen gezeigt zu diözesangeschichtlichen Themen aber auch über zeitgenössische Künstler.

Seit einigen Jahren werden von einem Team von Kunsthistorikern und Restauratoren sämtliche Bildwerke des Mittelalters im Rahmen eines wissenschaftlichen Sammlungskataloges bearbeitet, der in nächster Zeit erscheinen soll.

Pressemitteilung: Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt

Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt
Residenzplatz 7
85072 Eichstätt

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Freitag 10.30 bis 17.00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag 10.00 bis 17.00 Uhr
Montag und Dienstag geschlossen. Sonderöffnungen nach Vereinbarung jederzeit möglich

http://www.dioezesanmuseum-eichstaett.de

 

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