Kabinettsstückchen

25.1.2019 – 26.1.2020 | Forum Würth Arlesheim

Joan Miró, Préparatifs d’oiseaux I, 1963 (Sammlung Würth, Inv. 764, © Successió Miró/2018)

Als „klein aber sehr oho“ sei es erlaubt, das Haus Forum Würth Arlesheim bei Basel, mit der Jahresausstellungen zu Joan Miró (1893 bis 1983) „Alles ist Poesie“, hervorzuheben. Denn Mirós Werke muten nicht nur poetisch an, der Künstler selbst hat sich als „Maler-Dichter“, als „peintre-poète“ gesehen. Dieser dichterischen Qualität seiner Werke wird in der Ausstellung, vor allem durch die exklusive Zusammenstellung von Dr. Sonja Klee, Ausdruck verliehen. Präsentiert werden in der monografischen Schau aus der sich seit gut 50 Jahren stetig erweiternden Sammlung 21 (grafische) Werke, arrangiert aus Drucken, Zeichnungen oder mehrteiligen Buchillustrationen. Die Vielfalt Mirós Können wird mit Skulpturen komplettiert.

Gleichwohl Miró durch zeitgenössische Strömungen, wie anfänglich der gegenständlichen Malerei, dem Kubismus, Dadaismus oder auch dem Surrealismus, gebildet und geprägt wurde, empfand er die ein oder andere Stilrichtung seiner Zeit auch als zu dogmatisch. Ab Mitte der 1920er Jahre begann Miró, zunehmend seine eigene Bildersprache zu entwickeln. Seine lange Schaffenszeit half ihm, seine Handschrift in Motiven, Farben und Konturen nachhaltig zu etablieren. Unverkennbar sind seine verzaubernden Sterne, Tiere als Fabelwesen, aber auch Werke, in denen er politische Ereignisse der 1930er Jahre, primär seiner Heimat Spaniens bzw. Kataloniens, verarbeitete. Dabei ist sein Farbenspiel immer klar und deutlich. Die teils selten gezeigten grafischen Werke belebend zu arrangieren, gelingt hier in Arlesheim ausdrücklich.

Joan Miró – Alles ist Poesie
25.1.2019 – 26.1.2020
Forum Würth Arlesheim
Dornwydenweg 11
CH-4144 Arlesheim
Tel.: +41-61-7059595
Di – So 11 – 17 Uhr
Eintritt frei
www.forum-wuerth.ch/arlesheim

Text: Greta Sonnenschein
Bild: Forum Würth Arlesheim
Erstveröffentlichung in kunst:art 66