Unbekannt

16.6. – 3.11.2019 | Angelika Kauffmann Museum

Angelika Kauffmann, Eleanora saugt Gift aus der Wunde ihres Mannes, König Eduard I., 1776

Die Malerin Angelika Kauffmann (1741–1807) legte für ihre Zeit eine beachtliche Karriere hin. Sie war berühmt für ihre Porträtmalerei, die sie perfekt beherrschte. Weniger perfekt hingegen war ihr Privatleben. 1767 heiratete sie den angeblichen Grafen Frederick de Horn. Der Heiratsschwindler verschwand über Nacht mit all ihren Ersparnissen. Die Ehe wurde annulliert. Mehr Glück hatte sie mit dem wesentlich älteren Maler Antonio Zucchi, den sie auf Wunsch des Vaters heiratete. Er kümmerte sich um die erfolgreiche Vermarktung seiner Frau – wie man heute sagen würde. Neben Mary Moser war sie die einzige Frau unter den 34 vom König ernannten Gründungsmitgliedern der Royal Academy in London.

In der aktuellen Ausstellung ist es der Kuratorin Bettina Baumgärtel gelungen, verschollen geglaubte Werke der Künstlerin aufzuspüren. Was in der Schau zu sehen ist, ist selbst Kauffmann-Kennern unbekannt. Erstmals zeigen Vorarlberger Privatsammler Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken der Künstlerin. Ergänzt wird die Ausstellung mit hochkarätigen Leihgaben aus öffentlichen Sammlungen wie dem Victoria & Albert Museum in London. Einzigartige Frühwerke treffen hier auf meisterhafte Spätwerke. In der Schwarzenberger Kirche malte die junge Künstlerin Fresken. Für den italienischen Wallfahrtsort Loreto erhielt sie den renommierten Auftrag des Papstes, das Altargemälde anzufertigen. In der Ausstellung ist das Gemälde „Die heilige Maria Magdalena“ zu sehen, das die Künstlerin kurz vor ihrem Tod vollendete.

Angelika Kauffmann. Unbekannte Schätze aus Vorarlberger Privatsammlungen
16.6. – 3.11.2019
Angelika Kauffmann Museum
Brand 34
A-6867 Schwarzenberg
Tel.: +43-5512-26455
Di – So 10 – 17 Uhr
Eintritt: 7,50 €, erm. 5,50 €
www.angelika-kauffmann.com

Text: Nadja Naumann
Bild: Angelika Kauffmann Museum
Erstveröffentlichung in kunst:art 68