Sprengkraft der Farben

12.10.2019 – 19.1.2020 | Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Robert Delaunay, Die Läufer, 1924

Das südfranzösische Fischerdorf Collioure wurde im Jahr 1905 Ausgangspunkt neuer künstlerischer Wege, die die Malerei nachhaltig prägen sollten: Es waren die beiden Maler Henri Matisse und André Derain, die im Licht der mediterranen Sonne neue Konzepte von Farbe und ihrer malerischen Nutzung definierten.

Wurzelnd im Impressionismus, stand jedoch nicht länger die naturalistische Farbgebung im Vordergrund; nun wurden die Farben zu einer grellen Intensität gesteigert, während im flächigen Nebeneinander Licht und Raum der Kompositionen neuartig gestaltet wurden. Diese malerischen Revolutionäre, zu denen bald auch Georges Braque, Othon Friesz, Raoul Dufy, Maurice de Vlaminck und Kees van Dongen zählten, setzten bereits im nächsten Pariser Herbstsalon neue Impulse und wurden fortan die „Fauves“, die Wilden, genannt.

Dieser malerische Umbruch wird nun im Picasso Museum Münster erfahrbar. Die 70 zentralen Werke jener Strömung stammen aus dem französischen Musée d’art moderne de Troyes, das über ein breites Spektrum fauvistischer Werke verfügt; sie sind Teil der Sammlung Pierre Lévys, eines französischen Mäzens, der die Werke dem Museum zu seiner Gründung geschenkt hatte. Die Ausstellung möchte die Entwicklung der modernen Malerei nachzeichnen vom Postimpressionismus über Kubismus bis hin zur klassischen Moderne und ergänzt diesen Überblick durch den punktuellen Dialog mit Skulpturen zentraler Künstler der Moderne wie Auguste Rodin, Edgar Degas und Pierre Bonnard. Auf diese Weise wird das neuartige Farbenspiel des Fauvismus in vielschichtigem Kontext verortet.

Im Rausch der Farbe – Von Gauguin bis Matisse
12.10.2019 – 19.1.2020
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Picassoplatz 1 (ehemals Königsstr. 5)
D-48143 Münster
Tel.: +49-251-4144710
Di – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 10 €, erm. 8 €
www.kunstmuseum-picasso-muenster.de

Text: Ninja Elisa Felske
Bild: Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Erstveröffentlichung in kunst:art 69