Die Technonacht endet nie

13.9. – 30.11.2019 | C/O Berlin Foundation

Berlin Mitte, 1990 (© Ben de Biel)

Berlin ist vermutlich die einzige Stadt in Deutschland, wo in den Nachtclubs keine Fotos von den Menschen auf der Tanzfläche gemacht werden dürfen. Während es in anderen Städten zum normalen Ritual gehört, sein Handy zu zücken und die Nachterinnerung für die Nach(t)welt zu speichern, ist es in der Hauptstadt anders.

Dies ändert jedoch nichts daran, dass mit dem Fall der Mauer 1989 viele junge Leute in die Hauptstadt strömten, leerstehende Häuser und Räume besetzten, Ateliers, Studios, Galerien, Clubs und Bars eröffneten, der damals populären Technomusik frönten und die Stadt über Nacht aus ihrem Dornröschenschlaf wachrüttelten. Unzählige Künstler, viele Galerien, neue Nachtclubs, in denen Video, Film, Projektion und Musik ein neues, ganz eigentümliches Berliner Nachtambiente hervorriefen.Um die Jahrhundertwende begannen auch dank billiger Flugverbindungen viele ausländische Künstler, Partyveranstalter und Labelbetreiber Berlin als Arbeitsort zu wählen. Neue Klubs, neue Musik, neue Partys belebten die Nächte. Und immer wenn eine solche Epoche zu Ende geht, fällt der visuellen Erinnerungskultur eine neue, fast nostalgische, Rolle zu. So dokumentierten 22 Fotografen eine Hauptstadt der durchgetanzten Nächte und der schier nie endenden Partys. Die C/O Berlin setzt diese Tradition fort. Während tagsüber die Berliner Clubkultur der letzten 30 Jahre im Fokus steht, geht am Abend und in der Nacht auf einem Teil der Ausstellungsfläche die Party los.

No Photos on the Dance Floor!
13.9. – 30.11.2019
C/O Berlin Foundation
Amerika Haus
Hardenbergstr. 22–24
D-10623 Berlin
Tel.: +49-30-284441662
Täglich 11 – 20 Uhr
Eintritt: 10 €, erm. 6 €
www.co-berlin.org
Text: Dr. Milan Chlumsky
Bild: C/O Berlin Foundation
Erstveröffentlichung in kunst:art 69