Immer wieder Aufbruch

bis zum 17.8.2020 | Kolumba

Andor Weininger, Stijl-Bild 1922, ca. 1962

Das Kolumba in Köln steht in vielerlei Hinsicht wie ein Monolith in der deutschen Museumslandschaft. Das fängt mit der Architektur an. Mit dem Architekten Peter Zumthor gewann man nicht nur den genau richtigen, zugleich ist das Museum quasi mit dafür verantwortlich, dass der Architekt gleichzeitig mit dem Museumsbau in der Eifel die Bruder-Klaus-Feldkapelle kostenlos plante. Auch das Museum selbst ist ein hochgeschätzter Bau, eine Symbiose von alt und neu, angemessen der klerikalen Vergangenheit und den aktuellen Bedürfnissen als Museum. Das Museum leistet sich den Luxus, den Sonderausstellungswahn zu entschleunigen. Es gibt einmal im Jahr eine Jahresausstellung, die nicht auf Rekorde oder große Namen aus ist, sondern mit Tiefgang arbeitet.

Dieses Jahr widmet sich Kolumba dem Aufbruch, insbesondere dem nach großen Umbrüchen. So werden die Jahre 1919 (Aufbruch nach dem 1. Weltkrieg), 1949 (Aufbruch nach dem 2. Weltkrieg) und 1969ff (möglicherweise der Aufbruch einer neuen Generation, einer sich ändernden Gesellschaft?) konkret im Titel genannt. Das Kolumba zeigt auf zwei Ebenen insgesamt 22 Räume, in denen zahllose Kunstwerke aus der eigenen Sammlung zu sehen sind. Viele der Kunstwerke sind vorher der Öffentlichkeit noch nicht zugänglich gewesen. Ein Schwerpunkt innerhalb der Ausstellung, besser vielleicht eine Ausstellung in der Ausstellung, ist sicherlich das „Das Klaus Peter Schnüttger-Webs Museum“, so etwas wie ein fiktives Gegenmuseum zum Museum Ludwig.

1919 49 69ff. Aufbrüche
bis zum 17.8.2020
Kolumba
Kunstmuseum des Erzbistums Köln
Kolumbastr. 4
D-50667 Köln
Tel.: +49-221-9331930
Mo + Mi – So 12 – 17 Uhr
Eintritt: 5 €, erm. 3 €
www.kolumba.de

Text: Christian Corvin
Bild: Kolumba
Erstveröffentlichung in kunst:art 70