… und unten leuchten wir

26.10.2019 – 9.2.2020 | Marta Herford

FORT, Open End (2016), Night Rider (2017), The Shining (2013) (Courtesy Sies + Höke, Düsseldorf, Ausstellungsansicht „Night Shift“, Kunstverein in Hamburg, 2018, Foto Fred Dott)

In einer Zeit, in der aufgrund einer bedenklich fortgeschrittenen Lichtverschmutzung unserer Erde der Ruf nach sogenannten lichtgeschützten Sternenregionen immer lauter wird, liegt der Gedanke nahe, sich auch museumskuratorisch mit der Frage auseinanderzusetzen, welche gesellschaftlichen Auswirkungen es eigentlich hat, dass der natürlich gegebene Rhythmus zwischen Tag und Nacht seit dem 19. Jahrhundert und der Erfindung der Glühbirne zumindest in den Metropolen ausgehebelt scheint. Denn insbesondere mit dem Blick auf die sozialen Konsequenzen der inzwischen über hundertjährigen Erweckung der Nacht durch Neonreklamen und strahlende Straßenbeleuchtung muss man feststellen, dass sich neben oben erwähnten Schattenseiten eben auch nach Sonnenuntergang und im übertragenen Sinne echte Lichtmomente ergeben: Die Nacht der Großstadt ist die traditionelle Spielwiese alternativer Kultur – nur hier gelingt es vielen Facetten des kulturellen Lebens, zur freien Entfaltung zu gelangen.

Das für seine klugen Themenausstellungen bekannte Marta hat mit der Arthena Foundation ein sehr passendes Partnerhaus gefunden, um mittels einer Doppelausstellung dem Zwielicht auf den Pelz zu rücken. Dass neben zahlreichen unbekannteren Künstlern auch Namen wie Delaunay, Bourgeois, Polke und Wall auf der Liste stehen, bezeugt eine anhaltende und ungebrochene Faszination der Kunstwelt für die erleuchtete Nacht, der man nun Rechnung trägt.

Im Licht der Nacht. Vom Leben im Halbdunkel
26.10.2019 – 9.2.2020
Marta Herford
Goebenstr. 2–10
D-32052 Herford
Tel.: +49-5221-9944300
Di – So 11 – 18 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 4,50 €
www.marta-herford.de

Text: Julius Tambornino
Bild: Marta Herford
Erstveröffentlichung in kunst:art 70