Das andere „Vergessen“

13.12.2019 – 8.3.2020 | Ferdinandeum

Oradour, Arno Gisinger, 1994 (© Tiroler Landesmuseen )

Ein Museum ist ein Ort der Präsentation im Jetzt, von Vergangenem und Gegenwärtigem und ebenfalls ein Hort, um beides zu bewahren. Wie dies geschieht, dass als eine Art Gedächtnis Geschichte erhalten bleibt, damit setzt sich vielfältig und transparent die Ausstellung im  Ferdinandeum auseinander. Es ist die Verantwortung eines Hauses, nachhaltige, weil finale Entscheidungen über Objekte der Belegbarkeit von Vergangenem zu treffen, um zu be-wahren; möglichst mannigfach. Und doch geschieht dies auch aus individuellen Aspekten. Somit ist selbst nach bestem Messen und Ermessen der Entscheidungstragenden auch eine Sammlung nur ein Fragment, gleichwohl ein sehr reichhaltiges. So wird das eine in Erinnerung gehalten und anderes geht verloren. Diese Situation zu reflektieren greift die Ausstellung auf.

In verschiedenen Schwerpunkten werden Epochen durch die Art der Erinnerungskultur oder der Darlegung zum Beispiel von einem sogenannten „Giftschrank der Bibliothek“, als Symbol von zensierten Texten, aber auch pornografischen Inhalten, präsentiert. Oder durch die Miteinbeziehung der Archäologie, wo (Fremd-)Verschüttetes wieder freigelegt wird. Und wie sieht es mit dem „Recht auf Vergessen“ aus, in Zeiten wo wir permanent digitale Spuren hinterlassen? Den Kontext schafft zu Beginn der Ausstellung eine mögliche digitale Interaktion für die Besuchenden. Außerdem kann sich jede und jeder in einem weiteren Themengebiet erleben: der „Virtual Reality“. Alles zusammen eine Ausstellung, die sicher nicht so schnell ins Vergessen gerät.

Vergessen. Fragmente der Erinnerung
13.12.2019 – 8.3.2020
Ferdinandeum
Museumstr. 15
A-6020 Innsbruck
Tel.: +43-512-59489
Di – So 9 – 17 Uhr
Eintritt: 11 €, erm. 8 €
www.tiroler-landesmuseen.at

Text: Greta Sonnenschein
Bild: Ferdinandeum
Erstveröffentlichung in kunst:art 71