Der Mond von Dresden

26.06.2019 - 21.06.2020 | Albertinum

Caspar David Friedrich, Zwei Männer in Betrachtung des Mondes, 1819 (© SKD, Foto Elke Estel/Hans-Peter Klut)

Wie kaum ein anderes Motiv hat der Mond mit seinem fahlen Licht die Epoche der Romantik beeinflusst. Besitzt man wie das Dresdner Albertinum eine ganze Auswahl herausragender Beispiele von romantischen Gemälden, speziell rund um das Thema des Mondes, sollte man also seinen eigenen Bestand in den Blickpunkt rücken. So ist „Mondsüchtig“ die aktuelle Schau der Reihe „Focus Albertinum“.

Die Idee, das eigene Depot thematisch durchzusehen, ist zwar nicht vollkommen neu – man erinnere sich an die Reihe „Angesichts…“ im Kunstmuseum Düsseldorf in den 1990er-Jahren – aber im Falle der Dresdener und der Romantik gibt es besonders viel zu entdecken. Zumal, wenn man ein Jubiläum zu feiern hat: Im Jahr 2019  wurde das ikonische Gemälde „Zwei Männer in Betrachtung des Mondes“ von Caspar David Friedrich 200 Jahre alt. Es dürfte zugleich das berühmteste der ausgestellten Werke sein. Dabei sind mit „Abend am Ostseestrand“ und „Schiffe im Hafen am Abend“ noch zwei weitere Gemälde von seiner Hand zu sehen. Um den großen Friedrich scheinen sich die weiteren Künstler ihrerseits wie Trabanten zu bewegen, doch sind noch mehr große Namen jener Epoche darunter. Neben Johann Christian Dahl oder Ludwig Richter auch jener von Friedrichs Freund Carl Gustav Carus. Der Universalgelehrte wurde nicht nur als Arzt Namensgeber der Dresdner Universitätsklinik. Als Autor war er besonders für die Kunsttheorie und -philosophie der Romantik von Einfluss; er überzeugt aber auch als Maler, wie seine drei Werke in der Ausstellung belegen.

Focus Albertinum: Mondsüchtig
bis zum 21.6.2020
Albertinum
Tzschirnerplatz 2
D-01067 Dresden
Tel.: +49-351-49142000
Di – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 12 €, erm. 9 €
albertinum.skd.museum

 

Text: Jan Bykowski
Bild: Albertinum
Erstveröffentlichung in kunst:art 71