Klassiker der Weltliteratur

24.1. – 19.4.2020 | Kunstmuseum Reutlingen / Spendhaus

François Joseph Chabrillat, Sol Le Witt, aus der Serie Moby Dick, 1992

Einige Werke der Literatur sind für Künstler von besonderer Bedeutung. Sei es die Gedankenwelt, die existenzielle Fragestellung oder schlicht die überbordende Fantasie des jeweiligen Werkes, das Generationen von Künstlern beschäftigt. Um nur einige wenige zu nennen: „Don Quijote“, „Alice im Wunderland“ oder eben auch „Moby Dick“ von Herman Melville. Es ist wohl die Besessenheit des Käpt’n Ahab, die Erhabenheit des Wals, die Unbarmherzigkeit der Naturgewalten, die Künstler an diesem Werk der Weltliteratur immer wieder fesselt. Auch der französische Künstler François Joseph Chabrillat (1960–2019) hat sich inspirieren lassen und erschuf 1992 einen 50-teiligen Zyklus „Moby Dick“. Chabrillat nutzte für seinen Zyklus das Medium des Kartondrucks, bei dem er Bilder von Kunstausstellungen mit Textfragmenten aus „Moby Dick“ kombiniert. Das entspricht seiner normalen Arbeitsweise: Bilder von Ausstellungen, von Gegenwartskunst oder auch Motive aus dem Internet kombiniert er mit Textfragmenten. Flächen und Strukturen sind ihm dabei wichtig: Aus der Verschränkung zweier oder gar dreier Kunstwerke entsteht durch seine Hand ein komplett neues Kunstwerk.

Ergänzt wird der Zyklus von François Joseph Chabrillat im Kunstmuseum Reutlingen durch ausgewählte Ausgaben des Klassikers „Moby Dick“ und Werke anderer Künstler aus der Sammlung des Museums, die sich Thema annähern, wie zum Beispiel HAP Grieshabers „Engel der Geschichte. Stop dem Walfang“.

Moby Dick. François Joseph Chabrillat (1960–2019) und die Kunst der Moderne
24.1. – 19.4.2020
Kunstmuseum Reutlingen / Spendhaus
Spendhausstr. 4
D-72764 Reutlingen
Tel.: +49-7121-3032322
Di – Sa 11 – 17 Uhr, Do 11 – 19 Uhr, So 11 – 18 Uhr
Eintritt frei
www.reutlingen.de/kunstmuseum

Text: Christian Corvin
Bild: Kunstmuseum Reutlingen / Spendhaus
Erstveröffentlichung in kunst:art 71