Eine Ausstellung mit Signalwirkung

1.10.2020 – 14.2.2021 | Bank Austria Kunstforum Wien

Gerhard Richter, Venedig (Treppe), 1985, Gift of Edlis Neeson Collection, © Gerhard Richter, bpk/The Art Institute of Chicago/Art Resource, NY

In der Presseaussendung hieß es sehr zielorientiert: „Allen Umständen zum Trotz hat sich das Bank Austria Kunstforum Wien entschlossen, an seinem Ausstellungsprogramm festzuhalten.“. Es ist in der Tat eine Freude, denn dem Publikum wäre eine vielfältige und spannende Ausstellung zu Gerhard Richters Landschaften entgangen. Gerade zurzeit bedarf es Ausstellungen dieser Besonderheit, zumal schon die Zusammenführung der Vielzahl der Werke einen besonderen Kraftakt darstellte. Doch dieser Herausforderung stellten sich Kuratorin Dr. Lisa Ortner-Kreil und Kurator Hubertus Butin gern.

Durch die Koordination von fünfzig internationalen Leihgeberinnen und Leihgebern kann im Kunstforum auf der Freyung in Wien die größte Schau zu Gerhard Richters Genre Landschaft gezeigt werden. Mit seinen nunmehr 88 Jahren ist er der bedeutendste lebende Maler und kann durch seine lange Schaffenszeit auf eine Vielzahl an Werken verweisen.

In Wien, wo der in Köln lebende Künstler bislang selten präsentiert wurde, sind nunmehr über 130 seiner Werke vereint. Darunter finden sich Bilder, Zeichnungen, Druckgrafiken oder Fotoarbeiten. Es ist die größte Schau zu seinen Landschaften, die je gezeigt wurde. Darüber hinaus machen diese unterschiedlichen Arbeitsmittel und Techniken deutlich, dass sich Richter nie nur einem künstlerischen Mittel hingab. Selbst innerhalb eines Jahres und eben auch eines Sujets nutzt er verschiedene Stilmittel. Genau dieser Besonderheiten seiner Mittel und Techniken bildhaft gewahr zu werden, gelingt mit dieser Ausstellung anhand des Œuvres seiner Landschaften.
Vor allem, da es sich bei seinen Arbeiten nicht um direkte Abbildungen der Natur handelt. Vielmehr nutzt er die Fotografie als Ausgangspunkt seiner Werke.

In seiner Vorstellung ist „Das Foto das perfekteste Bild; es ändert sich nicht, es ist absolut, also unabhängig, unbedingt, ohne Stil. Es ist mir deshalb in der Weise, wie es berichtet und was es berichtet, Vorbild.“ Diese Einschätzung artikulierte Richter in den Jahren 1964/65. Zu einer Zeit, in der seine vielfältigen Landschaften entstanden. Verwischte Motive, romantische Darstellungen oder abstrakte Einschätzungen aus dem Bedürfnis heraus, keine Gewichtung in seinen Werken vorzunehmen, sondern eine grundsätzliche Egalität der Wirklichkeit zu schaffen. „In der technischen Präsentation ist es glatt und perfekt und nicht künstlerisch-handwerklich“ (1964/65).

 

Gerhard Richter. Landschaft
1.10.2020 – 14.2.2021
Bank Austria Kunstforum Wien
Freyung 8
A-1010 Wien
Tel.: +43-1-5373326
Täglich 10 – 18 Uhr
Eintritt: 12 €, erm. 4,50 – 9 €
www.kunstforumwien.at

Text: Greta Sonnenschein
Bild: Bank Austria Kunstforum Wien
Erstveröffentlichung in kunst:art 75