Elektrisieren ist gesund!

06.06.2020 - 28.02.2021 | Museum LA8

Ludwig von Hofmann, Brandung, 1910, Alfons Niedhart, Zürich

In der Ausstellung „BADEN IN SCHÖNHEIT. Die Optimierung des Körpers im 19. Jahrhundert“ wendet sich das Technikmuseum Baden-Baden dem Körperkult zu, der im 19. Jahrhundert durch einen Aufschwung in der Technik neue Formen annahm. Mit der alltäglichen Verfügbarkeit der Elektrizität gab es neue Alltagsprodukte wie die Elektrisierapparate. Die medizinischen Wissenschaften machten ähnliche Quantensprünge. So wurden neue Prothesen entwickelt, durch die vergangenen Kriege ein gefragtes Hilfsmittel. Röntgenapparate machten erstmals den Blick in den Körper möglich. Verbesserte Mikroskope führten zu neuen Einsichten, was letztlich zu einer Verbesserung der Hygiene, aber auch zu neuen chirurgischen Möglichkeiten führte.

Der Körper war nicht mehr von Natur und Gott abhängig, der Mensch konnte selbst eingreifen und verbessern. Badekuren waren die Vorläufer der heutigen Wellnesskultur. Neue Turnapparate halfen bei der Optimierung. Makel konnten beseitigt werden, die Anfang der Schönheitschirurgie war gemacht. Maler, Bildhauer und Fotografen feierten den makellosen nackten Körper, wobei sie damit wiederum visuelle Leitbilder für die medizinische Optimierung schufen.

Künstler wie Honoré Daumier oder Grandville griffen dies auf und witzelten in Karikaturen über den neuen Körperkult. Die Schau vereint künstlerische und medizinische Strategien, zeigt Werke zum Beispiel von Aristide Maillol neben Erfindungen von Gustav Zander – technische Errungenschaften neben künstlerischer Idealisierung.

 

Baden in Schönheit. Die Optimierung des Körpers im 19. Jahrhundert
bis zum 28.2.2021
Museum LA8
Lichtentaler Allee 8
76530 Baden-Baden
07221 / 500796 – 0
Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr
Eintritt: 7 €, erm. 5 €
www.la8.de

Text: Liane Wendt
Bild: Museum LA8