Unerwartete Verformungen

4.12.2020 – 24.1.2021 | Kunstforum Montafon

Toni Schmale, im eimer #1 #2 #3, 2019

Es liegt etwas Unbehagliches in den Objekten aus Stahl der Künstlerin Toni Schmale. Das kühle Material, das sie zu an Geräte erinnernden Objekten verarbeitet, strahlt eine sachlich-industrielle Ästhetik aus. Die Anordnung, geht man sie als Betrachter gedanklich durch, wird einem bald als nicht funktional auffallen. Hier lädt eigentlich nichts zur Benutzung ein. Doch um was für eine Apparatur kann es sich hier handeln?

Zu dieser Auseinandersetzung mit Form und Inhalt laden die Arbeiten in der Ausstellung des Kunstforums Montafon ein, der gleichzeitig eine andere künstlerische Position anbei gestellt wird. Denn auch die Malerin Doris Piwonka durchbricht Erwartungen des Bildbetrachters an Form – und hier auch an Farbe. Denn ohne ein festgelegtes Formenvokabular beschreibt sie den Bildraum mal mit diffusen Farbflächen, dann wieder mit geometrisch strengen Formen. Der Entstehungsprozess ihrer Bilder ist dabei nicht linear: Bilder können über Jahre hinweg ergänzt, verändert, überarbeitet werden. Ein präzises Arbeiten, das auch den Arbeitsprozess von Toni Schmale bestimmt. Sie ringt dem Material Stahl alles ab und fördert dabei auch Erscheinungsformen, die in der Industrie vermieden werden – etwa durch extreme Hitze verfärbten Stahl. So ist in der Ausstellung auch ihre neue Werkserie „170 grad 400 grad“ zu sehen.

 

Doris Piwonka – Toni Schmale
4.12.2020 – 24.1.2021
Kunstforum Montafon
Kronengasse 6
A-6780 Schruns
Tel.: +43-664-9617798
Di – Fr + So 16 – 18 Uhr
www.kfm.at

Text: Karolina Wrobel
Bild: Kunstforum Montafon
Erstveröffentlichung in kunst:art 76