Bühnenbilder des Krieges

29.11.2020 - 18.4.2021 | Kunstmuseum Thurgau

Claudio Hils, Heimatfront, Bühnenbilder des Krieges

An ganz heimischen Orten trainieren Polizei, Sondereinsatzkommandos, Bundeswehr und Feuerwehr ihren Ernstfall. Dieser kann auch den kriegerischen Kampf oder die Abwehr von Terror bedeuten. Der Öffentlichkeit sind diese Räume, in denen für den Ernstfall geprobt wird, verschlossen. Nur die Heimatbevölkerung mag ahnen, was sich auf diesen Truppenübungsplätzen abspielt. Viele davon sind im Süden das Landes angesiedelt. Der Fotograf Claudio Hils drang mit dem Fokus seiner Kamera nicht nur in diese verborgenen Orte ein, sondern gewährt auch einen ästhetischen Zugang zu den bühnenhaft konstruierten Dörfern, Wohnzimmern und Flugzeugen, an denen die Zeichen der Zerstörungsmacht der Staatsgewalt abzulesen sind. Diese Bildwelten gibt es unter dem Titel „Claudio Hils: Heimatfront“ im Kunstmuseum Thurgau in Kooperation mit der Kreisgalerie Schloss Meßkirch zu sehen.

Dabei kann der Besucher auch entdecken, wie sehr sich die Kriegstechnik von den tradierten Vorstellungen vergangener Kriege wegentwickelt hat: Claudio Hils ergänzt seine fotografische Recherche durch virtuelle Bilder aus der Übungssoftware der Bundeswehr. Denn mittlerweile wird der Kampf auch virtuell ausgetragen, Games-Ästhetik maskiert die echte Zerstörung. Hier sind Realität und Fiktion verwischt, statt Truppenübungsplatz gibt es künstliche Welten zu entdecken und die Frage, wie wohl der Spielplan künftiger Kriege wohl aussehen mag.

Claudio Hils. Heimatfront
29.11.2020 – 18.4.2021
Kunstmuseum Thurgau
Kartause Ittingen
CH-8532 Warth
Tel.: +41-58-3451060
Mo – Fr 14 – 17 Uhr, Sa + So 11 – 17 Uhr
Eintritt: 10 CHF, erm. 7 CHF
www.kunstmuseum.tg.ch

Text: Karolina Wrobel
Bild: Kunstmuseum Thurgau
Erstveröffentlichung in kunst:art 76