Die kühne Insel-Stadt

9.10.2020 – 8.3.2021 | PalaisPopulaire

K.H. Hödicke, Ohne Titel, 1985

Kaum eine andere Stadt vermittelte dieses insulare Gefühl wie West-Berlin zur Zeit der deutsch-deutschen Teilung. Den Nürnberger Künstler K. H. Hödicke zog es seit den 1950er-Jahren in diese Stadt, die Freiräume und Abgeschiedenheit und Lebensfülle gleichzeitig versprach. Und während Informel und abstrakter Expressionismus immer mehr zum Symbol einer freien Welt gerieten, begehrte Hödicke als junger Studierender mit seinen realistischen Bildwelten dagegen auf. Gemeinsam mit Markus Lüpertz und Bernd Koberling gründete er unter anderen 1964 die Produzentengalerie in der „Großgörschen 35“.

Eine Retrospektive zum Lebenswerk dieses Querdenkers und Pioniers der deutschen neo-expressionistischen Nachkriegsmalerei präsentiert das PalaisPopulaire der Deutschen Bank in Berlin. Im Zusammenspiel der Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen zeigt sich nicht nur der Fantasiereichtum des Künstlers, der seit 1974 als Professor der Westberliner Hochschule für Bildende Künste selbst zur Referenz vieler junger Künstler werden sollte. Es rückt vor allem auch die zentralen Werkphasen in den Vordergrund. Denn erstmals hat Hödicke einem Kurator die Chance gegeben, zwei Jahre lang die in seinem Besitz noch vorhandenen Werke vollständig zu sichten und zusammenzustellen. Das war Michael Hering, Direktor der Staatlichen Graphischen Sammlung München.

 

 

K.H. Hödicke
9.10.2020 – 8.3.2021
PalaisPopulaire
Unter den Linden 5
D-10117 Berlin
Tel.: +49-30-2020930
Mo + Mi – So 11 – 18 Uhr, Do 11 – 21 Uhr
Eintritt frei
www.db-palaispopulaire.de

Text: Karolina Wrobel
Bild: PalaisPopulaire
Erstveröffentlicht in kunst:art 76