Asche und Blei

13.11.20 bis 06.06.21 | Kunsthalle Mannheim

Anselm Kiefer, Palmsonntag, 2007, Foto: Charles Duprat

Einst einer der künstlerischen Rebellen, die in der Nachkriegszeit die Abkehr von der Abstraktion anstrebten, hat Anselm Kiefer (* 1945) heute einen zentralen Platz im Kanon der deutschen Kunstgeschichte. Zwischen schierer Größe und eindringlicher Plastizität changieren seine Skulpturen und Gemälde – kaum daraus wegzudenken: Asche und Blei. Seine Lieblingsmaterialien. In raumgreifenden Werken hat Kiefer diese Komponenten immer wieder eingebunden und mit ihnen wahre Schwergewichte der skulpturalen Installation entstehen lassen, die Aspekte der Erinnerungskultur sowie Reflexionen der deutschen Geschichte und Mythologie thematisieren.

Exemplarisch hierfür die monumentale, fast achteinhalb Meter breite Arbeit „Große Fracht“ (1981/1996), aus der applizierte Bleiobjekte den Betrachtenden entgegenstreben – sie ist ein Hauptwerk der Sonderausstellung in der Kunsthalle Mannheim, die wichtige Werkphasen aus fast vier Schaffensjahrzehnten des deutschen Künstlers zusammenführt. Werke wie „Böhmen liegt am Meer“ (1996) und die Installation „Palmsonntag“ (2007) bilden dabei weitere Schwerpunkte.

Alle Werke stammen aus der Sammlung von Hans Grothe. Der 2019 verstorbene Sammler hatte sich ab dem Jahr 2000 auf den Ankauf von Werken Anselm Kiefers konzentriert und seine Sammlung galt rasch als das größte Kiefer-Konvolut in Privatbesitz. Logisch knüpft an die Sonderausstellung zudem eine Neupräsentation jener Werke der Sammlung Grothe an, die die Kunsthalle Mannheim permanent zeigt; hier wird vor allem die Skulptur „Der verlorene Buchstabe“ (2011–2017) den Raum einnehmen.

 

Anselm Kiefer
13.11.20 bis 06.06.21
Kunsthalle Mannheim
Friedrichsplatz 4
D-68165 Mannheim
Tel.: +49-621-2936423
Di – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 12 €, erm. 10 €
www.kuma.art

Text: Ninja Elisa Felske
Bild: Kunsthalle Mannheim
Erstveröffentlichung in kunst:art 76