Zu Fuß nach Mantua

20.03.2020 - 31.01.2021 | Städtische Museen Heilbronn

Peter Riek, Ausstellungsansicht, Toteis-Monument für Gustav Schwab, 2017

„Man muss die Idee der Vergänglichkeit akzeptieren, sich im Klaren sein, dass alles endlich ist. Und dass man jeden Tag von Neuem anfängt und sich jeden Augenblicks erfreut.“ Der Zeichner Peter Riek wurde gerade 60 Jahre alt und weiß als Künstler genau, was es im Schwäbischen bedeutet, von Romantikern umgeben zu sein.

Die Ausstellung, die ihm jetzt in Heilbronn ausgerichtet wird, ist eine Dokumentation der ungebrochenen Schöpfungskraft. Und auch der Freude darüber, die Freiheit zu haben, jeden Tag unzählige Stunden am Zeichentisch zu verbringen und Neues zu erproben: Das kann genauso gut ein extrem großer Zeichenblock auf dem Boden liegend sein wie das Skelett eines Pferdes samt großformatigen Zeichnungen oder die Verwendung von verschiedenen Materialien – von Holz bis zu Metall und Textilien. „Wer hofft, ist zu bedauern,“ steht an der Wand, und man versteht, dass Peter Riek der tagtäglichen Realität mehr traut als irgendwelchen Versprechungen.

„Die Zeichnung ist eine Haltung“, die ihm immer wieder ermöglichte, verschiedenen Etiketten zum Trotz bei sich zu bleiben, Literatur zu lieben und zu wissen, was er der Gegend schuldig ist, in der er lebt. Riek ist zu Fuß aus Heilbronn nach Colmar gepilgert, um den Isenheimer Altar von Matthias Grunewald zu studieren und zu reflektieren, ähnlich wie aus Lindau über Bozen und Trient nach Mantua, um das gemalte Zimmer von Mantegna zu bewundern. Man nennt Peter Riek auch einen Konzeptkünstler. Er ist mehr und dennoch bescheiden.

 

 

Peter Riek. Origin
bis zum 31.1.2021
Städtische Museen Heilbronn
Deutschhofstr. 6
D-74072 Heilbronn
Tel.: +49-7131-562295
Di 10 – 19 Uhr, Mi – So 10 – 17 Uhr
Eintritt frei
museen.heilbronn.de/museum/

Text: Dr. Milan Chlumsky
Bild: Städtische Museen Heilbronn
Erstveröffentlichung in kunst:art 76