Et in Italia ego

14.11.2020 – 21.2.2021 | Museum im Kulturspeicher

Alexander Gerbig, Italienische Taverne (Künstlerkneipe Lapi in Florenz), 1913, Foto Galerie Brusberg © Galerie Brusberg, Berlin

Neues zum Thema „Italiensehnsucht“ – das geht tatsächlich. Denn die Zeit zwischen 1905 und 1933, auf die sich der Kulturspeicher Würzburg fokussiert, war bisher noch kaum durch Ausstellungen untersucht. Dabei ist die Bedeutung der Italienreise in der früheren Kunstgeschichte unbestritten – vom Prix de Rome der Académie über Goethes Italienische Reise bis zu den Nazarenern in Rom. Auch die Kunstschaffenden im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts fanden in Italien Motive, Inspiration und anregende Gesellschaft. Die traf sich etwa in der Villa Massimo, 1910 als Preußens verspätetes Gegenstück zum Haus der Stipendiaten des Prix de Rome gegründet. Karl Schmidt-Rottluff wohnte hier als einer der heute bekanntesten Stipendiaten jener Zeit. Schon fünf Jahre zuvor hatte Max Klinger die Villa Romana in Florenz gekauft und zu einem Künstlerhaus gemacht.

Zu den frühen Bewohnern zählte Max Beckmann, den es auch in den 20er-Jahren wieder nach Italien zog. 1912 und 1913 war Alexander Gerbig als Stipendiat in Florenz, seine „Italienische Taverne (Künstlerkneipe Lapi in Florenz)“ mag einen Eindruck vermitteln, in welcher Stimmung er dort etwa Max Pechstein begegnet ist. Außerhalb der Institutionen war Italien ein Fluchtpunkt nicht nur für Gabriele Münther, die 1906 mit dem zumindest offiziell noch mit Anna Semjankina verheirateten Vasily Kandinsky das Land bereiste und die „Bagni Louisa Rapallo“ malte. Eines der rund hundert Werke, die in Würzburg von der Italiensehnsucht deutscher Künstlerinnen und Künstler zwischen 1905 und 1933 erzählen.

 

 

Italiensehnsucht!
14.11.2020 – 21.2.2021
Museum im Kulturspeicher
Oskar-Laredo-Platz 1
D-97080 Würzburg
Tel.: +49-931-322250
Di 13 – 18 Uhr, Mi – So 11 – 18 Uhr, Do 11 – 19 Uhr
Eintritt: 4,50 €, erm. 2,50 €
www.kulturspeicher.de

Text: Jan Bykowski
Bild: Museum im Kulturspeicher
Erstveröffentlichung in kunst:art 76