100 Jahre

20.11.2020 – 26.09.2021 | Museum Fürstenfeldbruck

Malschule Heymann München, 1920er Jahre

Zum hundertsten Mal jährte sich im Herbst 2020, dass Frauen an der Akademie der Bildenden Künste in München endlich ganz offiziell studieren durften. Davor war es dem weiblichen Geschlecht nur möglich gewesen, an privaten Malschulen zu studieren. Diese Malschulen waren sehr teuer im Gegensatz zum gebührenfreien Akademiebesuch und somit wohlhabenden jungen Damen vorbehalten.
Zwar wurde 1813 Maria Ellenrieder (1791–1863) als erste Frau an der Münchner Akademie immatrikuliert, und bis 1839 folgten ihr weitere 47 Studentinnen, aber nur der Bildhauerin Elisabeth Ney (1833–1907) gelang es in der Zeitspanne von 1839 bis 1920, sich offiziell einzuschreiben.

Die Novemberrevolution von 1918 brachte den Frauen die geforderte formale Gleichberechtigung und das Wahlrecht. Die akademische Männerdomäne war nun aufgebrochen. Mit 17 Frauen bei siebzig Immatrikulationen an der Akademie 1920 konnte von Gleichstellung keine Rede sein, aber der Anfang war gemacht. Das Museum Fürstenfeldbruck erinnert in Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste München an die Werke der ersten Künstlerinnen und deren beschwerlichen Weg in den hart umkämpften Kunstmarkt der 1920er Jahre. Für die Frauen war es eine kurze Phase des Aufbruchs, der vom Nationalsozialismus nicht geduldet wurde.

Die Ausstellung vermittelt dem Besucher einen Einblick in die damalige Zeit und in die Auswahl von Themen, mit denen sich die Künstlerinnen beschäftigten. In jener Aufbruchstimmung wandelte sich auch das Selbstverständnis der Frauen in der Kunst.

 

 

 

Frau darf… 100 Jahre Künstlerinnen an der Akademie
20.11.2020 – 26.09.2021
Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
D-82256 Fürstenfeldbruck
Tel.: +49-8141-611313
Di – Sa 13 – 17 Uhr, So 11 – 17 Uhr
Eintritt: 4 €, erm. 2,50 €
www.museumffb.de

Text: Nadja Naumann
Bild: Museum Fürstenfeldbruck
Erstveröffentlichung in kunst:art 76