Polnisch-deutsche Künstlerfreundschaft

3.10. – 28.11.2021 | Künstlerhaus Schafhof

Heiko Klohn,ohneTitel,2014,15,Bleistift,Papier

Es war im Jahr 1989, als Künstlerinnen und Künstler aus Dachau das erste Mal ausstellten im polnischen Oświęcim. Weit davon entfernt, nur eine kommunikatorische Sternschnuppe zu sein, hat sich diese Begegnung verstetigt, eine bis heute andauernde Freundschaft zwischen Kunstschaffenden beider Städte entstand. Es ging – und geht – dabei um den kollegialen Diskurs über künstlerische Themen und Techniken, um Erfahrungsaustausch zur Lebenssituation als Künstler in durchaus unterschiedlich geprägten Gesellschaften, aber immer auch um gemeinsame Lebensfreude.

Das 30-jährige Jubiläum gab den willkommenen Anlass für eine große gemeinsame Ausstellung unter diesem Zeichen im Schafhof, dem europäischen Kunstzentrum des Bezirks Oberbayern in Freising. Dass der Begriff „Kultur“ mehrdeutig ist, zeigt allein schon die Geschichte des Schafhofs: Dieser wurde einst im frühen 19. Jahrhundert als landwirtschaftlicher Musterbetrieb angelegt. Seine bei aller Schlichtheit elegante und wohlproportionierte Architektur beherbergte die bayrisch-königliche Merino-Schafherde. Der naturnahe Standort im Großraum München ist heute attraktives Ausflugsziel, ein Café bietet kulinarischen Service. Für das europäische Künstlerstipendium stehen drei Wohnateliers zur Verfügung, ganzjährige Ausstellungen präsentieren einheimische Kunst und die von Gästen und Partnern. Zu den 12 Teilnehmern des deutsch-polnischen Austausches gehören Anna Rosa Dietze, Agniezka Kobielusz, Florian Marschall, Paweł Warchoł und andere.

 

 

Dachau – Oświęcim. 30 Jahre Künstlerfreundschaft
3.10. – 28.11.2021
Künstlerhaus Schafhof
Am Schafhof 1
D-85354 Freising
Tel.: +49-8161-5486709
Di – Sa 14 – 19 Uhr, So 10 – 19 Uhr
www.schafhof-kuenstlerhaus.de

Text: Dieter Begemann
Bild: Künstlerhaus Schafhof
Erstveröffentlichung in kunst:art 81

Über Dieter Begemann 137 Artikel
Begemanns Blog: Sternschnuppen An dieser Stelle soll es um ästhetische Sternschnuppen gehen und, wie es die Schnuppen so machen, sollen sie hin und her zischen auf manchmal verblüffenden Kursen – kreuz und quer! Ich konnte (und musste zum Glück mich auch nie) entscheiden zwischen praktisch-bildkünstlerischen und theoretischen Interessen: Ich liebe Malerei und Bildhauerei, begeistere mich für Literatur, bin ein Liebhaber von Baukunst und Design –aber meine absolute Leidenschaft gehört der Gestaltung von Gärten und Autos. Und, eh ich’s vergesse: natürlich dem Film!!