Neues im Osten

28.08.2021-09.01.2022 | Museum Barberini

Kasimir Malewitsch, Schwestern, 1930, Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau

Der französische Impressionismus hat die Malerei verändert und sein Einfluss reicht in viele andere Länder. Insbesondere die Stellung der Stadt Paris als Treffpunkt der europäischen intellektuellen und kreativen Elite hat die Bekanntheit des neuen Malens wie ein Lauffeuer verbreitet. Auch russische Künstler aus Moskau und St. Petersburg verbrachten regelmäßig Zeit in Paris und einige unter ihnen, so wohl besonders Wassily Kandinsky, waren elektrisiert von den Farben, aber auch vom Bildaufbau und -inhalt. Es inspirierte sie und war somit der Grundstein eines eigenen, eines russischen Impressionismus.

Künstler wie Ilja Repin (1844–1930), Konstantin Korowin (1861–1939) und Valentin Serow (1865–1911) waren Wegbereiter einer neuen Form des Malens in Russland. Die Farben wurden kräftiger, die Malerei unter freiem Himmel kam hinzu und neue, freiere Bildinhalte bahnten sich Weg. Die frühen Künstler waren dann die Wegbereiter für die kommende Generation wie Michael Larionow (1881–1964), Natalja Gontscharowa (1881–1962) und Kasimir Malewitsch (1879–1935), die in vielleicht vorrevolutionären Gefühlen sich als Vertreter einer neuen Zeit sahen, was sich auch in ihrer Kunst ausdrückte. Die realistische Darstellung verschwindet mehr und mehr aus den Werken, bis hin zu Malewitschs Serie „Weiß auf Weiß“, wo es gar keinen Inhalt mehr gibt, beziehungsweise die Abstinenz des Inhalts der Inhalt ist. Eine große Schau mit vielen internationalen Leihgaben in Potsdam.

 

 

 

Impressionismus in Russland. Aufbruch zur Avantgarde
bis zum 9.1.2022
Museum Barberini
Alter Markt
Humboldtstr. 5–6
D-14467 Potsdam
Tel.: +49-331-236014499
Mo + Mi – So 10 – 19 Uhr
Eintritt: 16 – 18 €, erm. 10 €
www.museum-barberini.de

Text: Christian Corvin
Bild: Museum Barberini
Erstveröffentlichung in kunst:art 82