Der Netzwerker

4.2. – 16.10.2022 | Museum August Macke Haus

August Macke, Rokokoszene, 1912, Foto Lars Bergengruen

Kunst hängt mit Kommunikation zusammen. Und mit Kommunikation war es August Macke möglich, auch mit seinem kurzen Schaffen eine erstaunliche Wirkung zu hinterlassen. Hilfreich war dabei sicher auch seine breite Vernetzung in der Kunstwelt, die eine umso größere Anzahl Beeinflusster, Multiplikatoren und Förderer hinterlassen hat, auch wenn er selbst nur einen einzigen Meisterschüler hatte. Tragischerweise überlebte auch Paul Adolf Seehaus den Ersten Weltkrieg nur wenig und starb bereits 1919; er hat aber einige Werke hinterlassen. Bisher kaum oder noch nicht öffentlich zu sehen, gibt es seine Malerei jetzt in Bonn zu entdecken.

August Macke profitierte am Beginn seiner Tätigkeit seinerseits ebenfalls von Zugewandtheit seines Netzwerks, wie man es wohl nennen darf, als August Heinrich Schütte ihm das Studium an der Kunstakademie Düsseldorf ermöglichte. In der Ausstellung ist auch er nicht nur als Förderer, sondern als Kollege vertreten. Und auch thematisch erscheint Macke in der Schau als liebenswerter und liebender Mensch. In den Liebespaaren, die seine kunsthandwerklichen Arbeiten zeigen, erkennt die Schau einen Wiederhall seiner harmonischen Ehe mit Elisabeth Erdmann-Macke, die hunderte Male von Macke porträtiert wurde und die ihrerseits ihre Inspiration als Schriftstellerin aus den wenigen Jahren bezog, die sie mit dem Maler verheiratet sein konnte. In „August Macke. Begegnungen“ wird er nicht als solitäres Genie, sondern als Teil einer Szene erklärt. Diese Feier der sozialen Intelligenz eines genialen Expressionisten kann neben der ästhetischen auch eine soziale Bereicherung bringen.

 

 

August Macke. Begegnungen
4.2. – 16.10.2022
Museum August Macke Haus
Hochstadenring 36
D-53119 Bonn
Tel.: +49-228-655531
Do 11 – 19 Uhr
Fr – So 11 – 17 Uhr
Eintritt: 9,50 €, erm. 6 €
www.august-macke-haus.de

Text: Jan Bykowski
Bild: Museum August Macke Haus
Erstveröffentlichung in kunst:art 84