Von Menschen und Dingen

4.6. – 3.10.2022 | Alte Kelter Fellbach

Alan Hunt, Kingfisher, 2020

Wechselnde Kuratoren mit weitestgehender Freiheit hinsichtlich Konzept und Künstlerauswahl gewährleisten seit 1980 die Innovationskraft und Einzigartigkeit jeder einzelnen Triennale in Fellbach. Auch die aktuelle Ausstellung ist mit 60 künstlerischen Positionen kompromisslos dem aktuellen Kunstdiskurs verpflichtet. Bei der Triennale 2022 soll es aus Sicht der Kuratorin Elke aus dem Moore in der Alten Kelter auf 3000 qm Ausstellungsfläche unter dem Motto „Die Vibration der Dinge“ um die Rolle von Eigentum und Verantwortung gehen: „Ausgehend von einer Lebendigkeit der Materie und somit auch einer Wirkmacht von Objekten werden künstlerische Positionen vorgestellt, die sich mit gesellschaftlich hochaktuellen Fragen nach Eigentum, Verflechtung, Restitution und Verantwortung beschäftigen“.

Was veranlasst uns Menschen dazu, etwas beherrschen oder besitzen zu wollen? Wie verändern sich Kunstobjekte durch ihre Migration? Vor dem Hintergrund einer forcierten Migration der Objekte durch Krieg, Raub und anderen Überführungen hat sich die in die kuratorische Konzeption eingebundene Künstlerin Antje Majewski die Frage gestellt, wie ein in der Kolonialzeit aus Kamerun nach Deutschland gelangter Thron „besessen“ werden konnte. Gabriel Rossell-Santillán verfolgt in seinem Projekt „Flowers beneath our feet“ die Geschichte eines Teppichs aus der Mogulzeit und erzählt so von der Verwobenheit von Menschen und Dingen. Co-Kuratorin Memory Biwa befasst sich mit transnationalen Gedenk- und Wiedergutmachungsprozessen. In Fellbach spürt sie den Klängen von Objekten nach und fragt, welche Ladung Objekte in sich tragen und wie diese in die Zukunft wirkt.

 

 

15. Triennale für Kleinplastik
4.6. – 3.10.2022
Alte Kelter Fellbach
Untertürkheimer Str. 33
D-70734 Fellbach
Tel.: +49-711-5851364
Di – Fr 14 – 19 Uhr, Do 14 – 21 Uhr, Sa + So 11 – 19 Uhr
Eintritt: 10 €, erm. 5 €
www.triennale.de

Text: Stefan Simon
Bild: Alte Kelter Fellbach
Erstveröffentlichung in kunst:art 85