Vielfältig

29.6. – 4.9.2022 | Wiener Secession

Neïl Beloufa, Pandemic Pandemonium, 2022 (Ausstellungsansicht, C L E A R I N G, Brüssel), Foto Eden Krsmanovic

Der französisch-algerische Video- und Installationskünstler Neil Beloufa hat sein Augenmerk auf das Thema Macht gelegt. In erster Linie handeln seine Arbeiten von dem gängigen Sammeln von Daten, digitaler Überwachung oder der Macht der Bilder. Die Komplexität der Thematik ist umfassend und hinterfragt gezielt gesellschaftliche Strukturen, die durch die Digitalisierung eine neue Dimension erfahren haben. Denn der Nutzer von sozialen Medien kann aktiv am gesellschaftlichen Geschehen teilnehmen. Über Wertungen orientiert man sich, wo man in einer fremden Stadt am besten essen kann oder die Preise an der Tankstelle am niedrigsten sind. Was auf den ersten Blick als äußerst hilfreich erscheint, ist zugleich höchst manipulativ. Wer als Influencer die meisten Likes oder Klicks hat, übt eine Macht auf unsere Entscheidungen aus. Somit stellt sich die Frage: Wie unabhängig sind wir eigentlich noch?

In Videos, technologisch komplexen Installationen, Spielfilmen und Skulpturen versucht Beloufa Kontrollmechanismen freizulegen. Das geschieht auf eine leichtfüßige Weise, die Fiktion und Realität verwirrend vermischt. Geschickt versteht es der Künstler, den Betrachter vorbehaltlos an seine Arbeiten heranzuführen, da er sich selbst der eigenen Meinung enthält. „Screen Talk“ beruht auf „Home is Wherever I’m With You“ von 2014. Die Parodie auf Seifenopern beruht auf einer globalen Pandemie, wo die Kommunikation unter Menschen via Computer stattfindet. Sie wurde der Schau angepasst.

EBB & Neïl Beloufa. Pandemic Pandemonium
29.6. – 4.9.2022
Wiener Secession
Friedrichstr. 12
A-1010 Wien
Tel.: +43-1-5875307
Di – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 9,50 €, erm. 6 €
www.secession.at

Text: Nadja Naumann
Bild: Wiener Secession
Erstveröffentlichung in kunst:art 86