Eine zweite Karriere …

25.6. – 11.9.2022 | Kunsthaus Stade

Rudi Kargus, In fight 2, 2017, Foto Carsten Dammann, Hamburg

Wenn ein Fußball-Profi seine aktive Laufbahn beendet, wird er entweder Trainer, Spielerberater oder Marketing-Agent eines großen Konzerns. Einige werden auch Funktionäre in Vereinen und Sport-verbänden. Aber Künstler …? Da muss man lange nachdenken. Rudi Kargus ist einer von dieser Spezies. Er wagte den Schritt vom Profi-Fußballer zum Künstler. Von 1971 bis 1990 hütete Kargus das Tor beim Hamburger SV, in Nürnberg, Karlsruhe und Düssel-dorf, wurde auch drei Mal in die DFB-Auswahl (vulgo: Nationalmannschaft) berufen. Nach dem En-de der Torwart-Karriere startete Kargus 1991 zunächst auch … – als Trainer. Doch bereits fünf Jahre später orientierte er sich um und mutierte vom Keeper zum Künstler. Mit Leidenschaft erlernte er Maltechniken und den Umgang mit Leinwand, Pinsel und Farbe. Der Deutsche Fußballbund (DFB) beauftragte 2006 den Künstler und Ex-Profi, Bilder für die in Deutschland ausgetragene Weltmeisterschaft zu malen. Auch im Fußballmuseum in Dortmund ist der Künstler Kargus ausgestellt.

Das Kunsthaus Stade zeigt jetzt mehr als fünfzig meist großformatige Werke aus dem „zweiten Le-ben“ des Rudi Kargus. „In farbstarken Kompositionenn schildert er das Verhältnis von Individuum und Außenwelt“, erklärt Kuratorin Luisa Pauline Fink. Seine Bilder „sind inhaltlich stark autobiogra-fisch geprägt.“ Wie etwa die jüngste Gemälde-Serie „Zerberus“. In der griechischen Mythologie be-wachte der dreiköpfige Hund Zerberus den Eingang zur Unterwelt. In seinem „ersten Leben“ be-wachte Rudi Kargus das Tor seiner Mannschaft.

Rudi Kargus. Ich ist ein anderer
25.6. – 11.9.2022
Kunsthaus Stade
Wasser West 7
D-21682 Stade
Tel.: +49-4141-7977320
Di – Fr 10 – 17 Uhr, Mi 10 – 19 Uhr, Sa + So 10 – 18 Uhr
www.museen-stade.de/kunsthaus

Text: Siegfried Schmidtke
Bild: Kunsthaus Stade
Erstveröffentlichung in kunst:art 86