Neu gedachte Archetypen

9.7. – 16.10.2022 | Panorama Museum

Hans-Peter Müller, Die Züchtigung, 1981

Seine Werke liefern unverkennbare Reminiszenzen an die alten Meister, nehmen Bezug auf Goya oder Arcimboldo, sind mit Metaphern und Symbolen aus der griechischen wie klassischen Mythologeíe gespickt oder finden Anknüpfungspunkte im Surrealismus, im Symbolismus und im magischen Realismus. Ebenso vielschichtig wie seine inhaltliche Herangehensweise an ein Thema sind es die Medien, derer sich der 1942 in Leipzig geborene Künstler Hans-Peter Müller bedient, der neben der virtuosen Beherrschung der klassischen Öl-Malerei auch Skulpturen aus Eisen oder Kupfer schafft und oft bildgewaltige Handzeichnungen.

Kunst kommt von Können – ein geflügeltes Wort, das erstmals schriftlich bei Johann Gottfried Herder in der Schrift “Natur und Kunst” belegt ist. Und Hans-Peter Müller ist der lebende Beweis, denn “Kunst kommt von Können oder Kennen her, vielleicht von beiden, wenigstens muß sie beides in gehörigem Grad verbinden. Wer kennt, ohne zu können, ist ein Theorist, dem man in Sachen des Könnens kaum trauet; wer kann ohne zu kennen, ist ein bloßer Praktiker oder Handwerker; der echte Künstler verbindet beides.” (J.G. Herder)

Müller gehört der zweiten Generation der Leipziger Schule an, studierte von 1965 bis 1970 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig – etwa bei Werner Tübke – und war später Meisterschüler bei Bernhard Heisig. Der Kern seiner Kunst hat sich in den Jahren seiner Laufbahn stets weiter herauskristallisiert, die Bildsprache sich verdichtet: Ziel war es immer, das Verhalten der Menschheit – auch im Hier und und Jetzt – anhand sinnbildhafter Urbilder künstlerisch zu untersuchen.

Jenseits von Eden: Hans-Peter Müller
9.7. – 16.10.2022
Panorama Museum
Am Schlachtberg 9
D-06567 Bad Frankenhausen
Tel.: +49-34671-6190
Di – So 10 – 17 Uhr
Eintritt: 8 €, erm. 7 €
www.panorama-museum.de

Text: Paula Wunderlich
Bild: Panorama Museum
Erstveröffentlichung in kunst:art 86