Wärme und Wandel

bis zum 11.9.2022 | Museum Schloss Moyland

Joseph Beuys, Bienenkönigin, 1956, Foto Stiftung Museum Schloss Moyland (Maurice Dorren)

Honig und Wachs als Materialien der Umwandlung sowie plastischer, sozialer und heilender Prozesse: In der Kunst von Joseph Beuys haben Bienen und ihre Erzeugnisse eine zentrale Rolle gespielt. Akribisch untersuchte er die Gemeinschaft und Arbeitsteilung des Bienenstaats ebenso wie die einzelnen Bienen, die er als Gestalterinnen sah, die Wärme erzeugen, um so Wachs und Honig zu produzieren.

Im Museum Schloss Moyland ist nun ein großer Teil der Werke von Beuys zu erleben, die jenes Thema reflektieren; von Plastik über Zeichnung bis Malerei befasste er sich mit Bienen nicht nur materialübergreifend, sondern auch über mehrere Jahrzehnte von den 1940er- bis in die 1970er-Jahre.
Eines der zentralen Werke ist dabei die „Honigpumpe am Arbeitsplatz“, die Beuys 1977 während der documenta 6 mit insgesamt 173 Metern Schläuchen und Röhren installierte, in denen ein Honig-Wasser-Gemisch durch das Museum Fridericianum in Kassel gepumpt wurde. Bisher unveröffentlichte Fotografien von Ute Klophaus hierzu bilden einen wichtigen Aspekt der Ausstellung.

Bereits an der documenta III nahm Beuys mit Werken teil, die Bienen gewidmet waren: Jene Wachsplastiken „Bienenkönigin I-III“ werden nun ebenfalls in Bedburg-Hau präsentiert, flankiert von Wasserfarbenblättern, die er als „Kontrollzeichnungen“ und „Zwischenzeichnungen“ zu den drei Arbeiten deklarierte. Anlässlich der Ausstellung wird der Bogen geschlagen zur hochaktuellen Thematik der Honigbienen und ihrer Bedeutung für Mensch und Natur: Der Imker Marco Janßen stellt während der Ausstellungszeit Bienenstöcke im Moyländer Park auf.

Beuys’ Bienen
bis zum 11.9.2022
Museum Schloss Moyland
Am Schloss 4
D-47551 Bedburg-Hau
Tel.: +49-2824-951060
Di – Fr 11 – 18 Uhr, Sa + So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 7 €, erm. 3 €
www.moyland.de

Text: Ninja Elisa Felske
Bild: Museum Schloss Moyland
Erstveröffentlichung in kunst:art 86