Hauptwerke des Expressionismus

16.7. – 13.11.2022 | Buchheim Museum

Alexej Jawlensky, Messalina, 1912

Ernst Ludwigs Kirchners 1914 entstandenes Gemälde „Gerda“ aus der Sammlung des Von der Heydt-Museums Wuppertal zeigt ein Halbfigurenporträt einer jungen Frau, die modisch gekleidet ist. Durch pastos aufgetragene, stark leuchtende Farben und scharfe Kontraste erreicht das Brücke-Mitglied Kirchner eine maximale grelle Farbwirkung, die die Atmosphäre in einem mondänen großstädtischen Berliner Tanzlokal jener Jahre beschreibt. Alexej von Jawlensky, Mitglied der Künstlergruppe der Blaue Reiter, malte 1912 das Porträt „Messalina“, das sich in den Kunstsammlungen Chemnitz befindet. Es erinnert in seiner grün-gelben Farbigkeit und den katzenartigen Zügen an die grausame Gattin des Kaisers Claudius. Das 1910 entstandene Gemälde „Der schlafende Pechstein“ von Erich Heckel, das in den Siebzigern eine Fünfzig-Pfennig-Briefmarke zierte, ist nicht nur eins der berühmtesten Bilder der Sammlung Buchheim, es markiert mit seinen kräftigen Farben und starken Kontrasten auch den Höhepunkt der Entwicklung des Brücke-Stils. Drei Bilder, die stellvertretend für die Strahlkraft der Ausstellung „Brücke und Blauer Reiter“ im Buchheim Museum stehen. Hier kommt temporär zusammen, was sehr gut zusammen passt. Drei hervorragende Sammlungen stellen Hauptwerke der wichtigen Vertreter des Expressionismus und der klassischen Moderne für diese epochale Gemäldeschau zur Verfügung.

Neben den Arbeiten von Kirchner, Heckel und Jawlensky gilt der spannende Dialog mit den Werken der Brücke-Vertreter Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Emil Nolde, Otto Mueller und Fritz Bleyl und den Blauer-Reiter-Protagonisten Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke, Marianne von Werefkin und Paul Klee.

Brücke & Blauer Reiter
16.7. – 13.11.2022
Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1
D-82347 Bernried
Tel.: +49-8158-997055
Di – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 10 €, erm. 5 €
www.buchheimmuseum.de

Text: Stefan Simon
Bild: Buchheim Museum
Erstveröffentlichung in kunst:art 86