Bilderbücher im MAK

12.10.2022 – 5.3.2023 | Museum für angewandte Kunst

Tomi Ungerer, Non Stop, 2019, Neue Sammlung Friedrich C. Heller, © 2019 Diogenes Verlag AG Zürich

Wie die ganze Wirtschaft ächzen auch die Verlage unter der Energiekrise, Materialengpässen und steigenden Preisen. Die Kosten für Druck und Papier haben sich vervielfacht. Dennoch geht nichts über liebevoll gestaltete Bücher. Das gilt umso mehr für Kunstbücher und Bildbände, in denen Grafiker und Drucker Hand in Hand arbeiten, um eine möglichst präzise Abbildung des Originals auf Papier zu bringen. Das MAK in Wien hält die Fahne hoch und zeigt in einer schönen Ausstellung Preziosen aus 65 Jahren Bilderbuchkunst. Dies bedeutet eine schier unendliche Reihe von Ausdrucksformen, denn eine Arbeit wie die von Fanny Millard, „Basic Space“, ist weniger ein Buch als ein Leporello, das man ausfalten kann und das eigentlich ein Haus ist. Beim großen Bruno Munardi (I Prelibri, 1980) sind es letztendlich 12 (Vor-)Bücher in einem Buch.

Auf der anderen Seite haben die großen künstlerischen Bewegungen natürlich auch in den Kunstbüchern ihre Spuren hinterlassen: Impressionismus, abstrakter Expressionismus, Neue Sachlichkeit, Futurismus, Dada, Suprematismus, Dada bis hin zur Farbfeldmalerei, Pop Art oder Fotorealismus … Zu einem besonderen Kapitel zählt auch der Umgang mit der Schrift und mit den Schriftzeichen. Die Verwendung von grafischen Zeichen und abstrakten Flächen kombiniert mit einer speziellen Art von Farbverwendung des Diktums des Philosophen René Descartes (Cogito ergo sum) von Wanja Lavater ist ein schönes Beispiel dafür, was alles in der Buchkunst möglich ist.

Bilderbuchkunst. Das Buch als künstlerisches Medium
12.10.2022 – 5.3.2023
Museum für angewandte Kunst
Stubenring 5
A-1010 Wien
Tel.: +43-1-71136248
Di 10 – 21 Uhr, Mi – So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 15 €, erm. 12 €
www.mak.at

Text: Dr. Milan Chlumsky
Bild: Museum für angewandte Kunst
Erstveröffentlichung in kunst:art 88