Mit der Spindel im Weltraum

7.10.2023 – 4.2.2024 | Neue Galerie Graz

Ausstellungsansicht, © Court. Lisson Gallery

Eine junge Frau schwebt vor einem hellen Kasten. Sie lächelt, denn sie befindet sich in einem Flugzeug, das im Sturzflug Schwerelosigkeit erzeugt. Es ist die Künstlerin Ebru Kurbak, die das mögliche Verhalten einer rotierenden Spindel im Weltraum testet. Genau beobachten kann man ihr Experiment gerade auf Fotos und Videos der Einzelausstellung „Ebru Kurbak. Who Owns the Moon?“ in der Neuen Galerie Graz. Dort breitet sie mehrere Arbeiten aus, die sie im Rahmen ihrer künstlerischen Forschung zum Thema Raumfahrt geschaffen hat.

Kurbak, die im türkischen Izmir geboren wurde, interessiert sich für die Synthese ungewöhnlich weit auseinanderliegender Sachgebiete. So verbindet sie zum Beispiel alte Handarbeitstechniken aus ihrer Heimat mit Elektronik, schafft Versuchsfelder auf der Grundlage von Mustern in Stick-, Strick und Häkelarbeiten. In dem Forschungsprojekt „The Museum of Lost Technology“ (2020–2024), das die Künstlerin zurzeit an der Universität für angewandte Kunst in Wien leitet, stellt sie die Frage, warum im Bereich des vermeintlichen, männlich geprägten technologischen Fortschritts das Potenzial alten, gerade von Frauen tradierten Wissens häufig übersehen wurde. Vor einem ähnlichen Hintergrund befasst sie sich mit den neusten Entwicklungen in der Weltraumforschung. Sie untersucht, welche Machtstrukturen dahinterstecken und in welche Richtung diese den wissenschaftlichen Fokus lenken.

Ebru Kurbak. Who Owns the Moon?
7.10.2023 – 4.2.2024
Neue Galerie Graz
Joanneumsviertel
A-8010 Graz
Tel.: +43-316-80179100
Di – So 10 – 18 Uhr
Eintritt frei
www.museum-joanneum.at/neue-galerie-graz

Text: Dr. Julia Behrens
Bild: Neue Galerie Graz
Erstveröffentlichung in kunst:art 94